Spielberichte  /  Inland

SpVgg Unterhaching - FC Erzgebirge Aue

Karsten  2005/09/16

SpVgg Unterhaching – FC Erzgebirge Aue

Generali-Sportpark Unterhaching
SpVgg Unterhaching – FC Erzgebirge Aue 1 – 1 (0 – 1)
3000 Zuschauer (ca. 1000 Gäste)

Wenn ich schon in München wohne und nicht jedes Wochenende nach Hof fahren kann, so möchte ich mir doch wenigstens hier in der Umgebung ab und zu mal ein interessantes Fußballspiel anschauen – nicht nur im Profibereich, auch unterhalb geht sicher immer mal was. Heute Abend war aber erstmal ein Zweitliga-Spiel in Unterhaching dran.

Die Anfahrt gestaltete sich soweit problemlos, allerdings fiel mir auf, dass alle Autos vor mir in Richtung des ausgeschilderten Parkplatzes gelotst wurden – in den durfte ich aber nicht, ich wurde in einen anderen verwiesen. Dort angekommen wurde mir klar, dass man mich offensichtlich aufgrund meines Autokennzeichens als ‚Halben Ossi’ ansah und mich dem Auer Lager zugeordnet hatte. Was soll’s, die haben mich auch am Leben gelassen...

Schon vor dem Stadion wirkten die Gästefans irgendwie präsenter, lautstärkter und zahlreicher. Nachdem in der Vorwoche einige (im Gegensatz zur Pressemeldung sicher keine 3000!) Dresdner Fans an einer Raststätte randaliert hatten, wurde vor den Auer Fans gewarnt, da „diese auch nicht dafür bekannt sind, dass sie einem Blumen schenken“. Aber: Vor dem Stadionbiergarten liefen dann doch einige herum, die Blumen in der Hand hatten. Diese wurden dann einer anwesenden, sehr hübschen, Polizistin in die Hand gedrückt – natürlich nicht ohne laute Rufe „Blumen für Beckstein!“ Nett.

Der Rest erzählt sich schnell. Ich nahm auf der Haupttribüne Platz, allerdings nicht in der Mitte, für die an der Kasse keine Karten mehr erhältlich waren, obwohl auch dort zahlreiche Lücken klafften. Das Stadion ist zwar schön und neu und verfügt über eine Haupttribüne mit schöner Dachkonstruktion, ist aber für das derzeitige Zuschaueraufkommen doch ziemlich überdimensioniert. Die Gästefans eroberten sich außer dem ihnen zugedachten Block noch einen weiteren auf der Nordtribüne und pflasterten beide mit zahlreichen in violett gehaltenen Tranparenten zu. Hier konnte die Heimfans erneut nicht mithalten: nur ganze drei Zaunfahnen verirrten sich vor ihre Tribüne. Zum Spielbeginn hin überraschten die Hachinger aber dann doch: der harte Kern schwenkte zahlreiche Fahnen und etliche Doppelhänder kamen auch zum Vorschein.

Dies war aber nur ein kurzer Moment der Überlegenheit, denn während des gesamten Spiels machten die Erzgebirgler wesentlich mehr Lärm – was sicher auch daran lag, dass Aue bereits in der 5. Minute nach einem katastrophalen Abwehrfehler die Führung durch Juskowiak erzielte. Da sich die Hachinger Abwehr danach nicht wirklich steigerte und der Sturm harmlos war, hätte Aue das Spiel bis zur Halbzeit eigentlich schon entscheiden können. Nach der Pause wurde Haching dann besser und die Gäste verwalteten den Vorsprung, bis in der 82. Minute dann doch der Ausgleich fiel. Das Unentschieden war aufgrund der schwachen ersten Hälfte für Haching recht glücklich, aber für die Spielweise der 2. Halbzeit hatten sich die Gäste den Punktverlust selbst zuzuschreiben.

Wie schon während des Spiels, als nur eine Rauchbombe gezündet wurde, machten die Wismut-Fans auch nach dem Spiel einen eher friedfertigen Eindruck, so dass es zu den befürchteten Ausschreitungen nicht kam. Die Heimfahrt verlief zügig, so dass ich die Zusammenfassung des Spiels im DSF gerade noch zu sehen bekam.