Spielberichte  /  Inland

SF Siegen - Darmstadt 98

Holger  2004/11/28

SF Siegen – Darmstadt 98

28.11.04 Regionalliga Süd
SF Siegen – Darmstadt 98 1:0 (0:0)
Leimbachstadion 4398 Zuschauer (ca. 300 Gäste)


Nachdem es mir am Freitag gelungen war, einem Freund ein paar alte Sportbücher für 100 Euro zu verkaufen, beschloss diesen unverhofften Geldsegen (zumindest teilweise) in eine Fußballtour zu reinvestieren. Da ich unbedingt einen neuen Ground machen wollte, entschied ich mich an diesem Sonntag gegen das sicherlich interessante Spiel Jena – Halle. Stattdessen sollte es in den Süden von Nordrhein-Westfalen gehen, zumal das die letzte Gelegenheit war mit dem WE-Ticket nach Siegen zu kommen. Ab dem Fahrplanwechsel am 12.12. wird das unmöglich. Danke, deutsche Bahn....
Zunächst grübelte ich kurz, ob ich gleich mit dem ersten Zug zu früh (Abfahrt in Münchberg 5.56 Uhr!; Ankunft 12.38 Uhr in Siegen) fahren sollte, oder eben 2 Stunden später(Anstoss 15 Uhr). Allerdings erschien mir nach einem Blick in den Stadtplan Variante 1 für sinnvoller(Stadion ewig weit weg vom Bahnhof).
Allerdings sollte der Tag noch früher beginnen. Denn ich entschied kurzfristig um 2.30 Uhr schon aufzustehen und mir noch etwas NBA-Basketball reinzuziehen(bin ich verrückt?).
Danach schlenderte ich relativ müde zum Bahnhof. Die Hinfahrt verlief weitgehend normal, nur ein Typ fragte mich im Zug Frankfurt – Siegen, ob er auf meinem WE-Ticket mitfahren konnte. Da ich irgendwie einen barmherzigen Tag hatte(lag es am 1. Advent?) lies ich ihn für 2 Euros gewähren. Ich habs ja auch so dicke...
In Siegen angekommen schlug ich die lange Zeit bis zum Anpfiff mit Essen(Jägerschnitzel) und Kicker lesen tot. Kurz vor 14 Uhr trat ich den –in der Tat sehr weiten Fußmarsch- zum Stadion an, kaufte mir ne Stehplatzkarte für moderate 4,50 Euros und betrachte den Ground:
Ein schönes Stadion, schmucke Tribüne und viele Stehplätze. Dazu war die Entfernung trotz Leichtathletikbahn OK.
Zum Spiel: Es war ein durchschnittliches Regionalliga- Spiel. Darmstadt war feldüberlegen, Siegen hatte die besseren Chancen. Eine davon wurde in der 75 Minute genutzt. Insgesamt ein etwas glücklicher Sieg der Hausherren. Für einen ausführlicheren Bericht verweise ich auf die Homepage von Siegen unter http://www.sportfreunde-online.de/
Stimmungsmäßig waren die Gäste den Heimfans deutlich überlegen. Auf dem Heimweg musste ich mich zunächst beeilen, da mein Zug schon ne halbe Stunde nach Spielende fuhr.
Kurz vor dem Bahnhof überholte mich der Sonderbus mit Darmstadt-Fans, der von einer Riesen-Polizeieskorte mit Blaulicht und Höllentempo begleitet wurde. Man hätte meinen können, es wären irgendwelche Terroristen da drin.....Allerdings waren es nur relativ harmlose Darmstadt-Fans, weshalb es auch im Zug nach Frankfurt ruhig blieb.
Ich hatte mich schon auf einen ruhigen Tagesausklang eingestellt, da sollte ein neues Kapitel des Buches „DEUTSCHE BAHN SUCKS“ aufgeschlagen werden:
Der Zug von Frankfurt nach Würzburg hatte gerade Frankfurt Hbf verlassen, da blieb er erst mal für 15 Minuten stehen, ehe eine Durchsage irgendwas von „Weichenstörung“ faselte. Nach weiteren 15 Minuten fuhr er nach Frankfurt zurück. Toll, was jetzt? Eine Frau meinte, dass in Kürze ein ICE fahren würde, mit dem ich in Würzburg meinen Anschlusszug nach Münchberg doch noch kriegen könnte. Ich rannte also wie ein irrer zum Service- Point und überzeugte die Bahntusse, mir das WE- Ticket für den ICE gutschreiben zu lassen.
Doch leider zu früh gefreut: Die Verspätung von 10 Minute, die der Zug zu dem Zeitpunkt hatte, wuchs wegen dieser blöden Weichenstörung bis Würzburg auf über 40 Minuten. Dort war mein Anschlusszug natürlich weg und ich rannte wieder zum Service-Point. Die Frau dort meinte, ich sollte mit einem Bummelzug weiter nach Bamberg fahren, ab da würde es mit dem Taxi weitergehen. Toll, Unternehmen Zukunft: Deutsche Bahn- das ich nicht lache!!!
Zunächst lies ich meine Wut an einem Colaautomaten aus, der mich um 1.70 Euro betrog, doch als mich 2 BGS-Beamte strafend anschauten, beschloss ich, mich in den Zug zu verziehen und still vor mich hinzugrummeln.
In Bamberg wurde ich dann mit 3 Leidensgenossen, die nach Hof mussten, in ein Taxi verfrachtet. Immerhin wurde ich so bis vor die Haustüre gefahren, dafür war ich aber auch erst um 1.30 Uhr daheim...