Spielberichte  /  Inland

VfB Pößneck - FC Carl-Zeiss Jena

Holger  2004/09/01

VfB Pößneck – FC Carl-Zeiss Jena

01.09.04 NOFV Oberliga Süd
VfB Pößneck – FC Carl-Zeiss Jena 1:1 (0:0)
Sportpark Warte 1518 Zuschauer (ca. 500 Gäste)

Es ist Mittwoch 1.September und endlich mal kein Regen. Und was macht Holgi da? Richtig, er schnappt sich sein geliebtes Fahrrad und radelt zu einem Fußballspiel. Mein Ziel hieß Pößneck in Thüringen, wo das Derby gegen die „Unaufsteigbaren“ aus Jena stattfinden sollte. Der Routenplaner spuckte eine Länge von ca. 75km für meine geplante Strecke aus- sollte also kein Problem darstellen...
Da ich mich aber trotzdem nicht unter Zeitdruck setzen wollte, schwang ich mich schon direkt nach dem Mittagessen auf den Drahtesel (Anstoß 18 Uhr). Ich folgte also dem schönen Selbitztal- Radweg bis Marxgrün, ehe ich kurz hinter Lichtenberg die Landesgrenze zu Thüringen überschritt. Dort fielen mir besonders der miserable Zustand der Straßen auf (häufigstes Verkehrsschild: „Vorsicht Straßenschäden“). Bis zu km 60 kam ich gut voran, ehe sich ziemliche Knieschmerzen bemerkbar machten. Tja, man merkt halt, dass ich auch schon die 30 überschritten habe...
Und so quälte ich mich die letzten 15km mehr oder weniger gen Ziel. Dieses erreichte ich –dank des ewig frühen Starts- trotzdem noch knapp 1 Stunde vor Spielbeginn. Schnell noch eruiert, wo denn der Bahnhof liegt ( ich hatte eigentlich geplant nach dem Spiel noch mit dem Rad ins 20km entfernte Saalfeld zu fahren, wusste aber schon jetzt, dass ich dazu keinen Bock mehr haben würde) und schon ging es zum Stadion. Dort war ich erst mal genervt, da es keine Ermäßigung für Studenten gab(Frechheit!). Dafür bauten mich aber die „Turbo-Roster“ wieder auf. Erklärung: Ich nach der Anstrengung logischerweise Hunger. Als ich nun am Bratwurststand an die Reihe kam waren gerade die letzten verkauft und der Grillmeister legte neue auf. Ich dachte nun, dass ich mindestens 15 Minuten auf die Würste warten müsste- doch weit gefehlt: innerhalb von 30 Sekunden waren die Würste voll durchgebraten und schmeckten auch noch delikat. Respekt, der Mann hat echt Talent!
Frisch gestärkt ergatterte ich mir noch eine Platz direkt an der Bande, von wo aus man hervorragende Sicht hatte. Beim Ground handelte es sich um einen normalen Sportplatz mit Ausnahme einer Pseudo-Sitztribüne und des umzäunten Gästeblocks.
Beim Vorlesen der Mannschaftsaufstellung fiel mir auf, dass mit Nico Busse ja ein Ex- Hofer in seine Heimat zurückgekehrt war(hatte ich vergessen). In der ersten Halbzeit war Jena überlegen, vergab aber 2 gute Chancen. Nico Busse fiel nur einmal auf, als er seinen Gegenspiel ungeschickt im Strafraum umrempelte. Zum Glück für ihm blieb aber die Schiri-Pfeife stumm. Nach dem Seitenwechsel dasselbe Bild: Jena drückte und kam nach 52. Minuten durch einen Treffer aus dem Gewühl zum verdienten 1:0. Nach 70 Minute schien das Spiel entschieden:, da ein Pößnecker Spieler wegen Tätlichkeit „Rot“ sah(ich hatte leider nicht hingeschaut). Doch Irrtum: in dieser 78. Minute der große Auftritt von Nico Busse: Er hämmerte aus mindestens 30 Metern einfach mal drauf und die Kugel schlug genau im Winkel ein- was für ein Ding! Danach versuchte Jena noch mal alles, versiebte aber eine Riesenchance (aus 6 Meter über das leere Tor) kläglich. Stattdessen blieb es beim für Pößneck etwas glücklichen Remis.
Nach dem Spiel radelte ich also zum Bahnhof, um die sehr umständliche Zugheimreise anzutreten (Man muss nen Riesenumweg fahren und ist kaum schneller als mit dem Rad-typisch DB!) Auf dem Weg dorthin überholten mich 4 Polizeifahrzeuge, um die bösen(?) Jena Fans in Empfang zu nehmen. Doch es trudelten gerade mal 3 (!!!!!!!) dort auf, von denen 2 nicht mal Richtung Jena fuhren. 4 grüne Autos für 3 Gästefans- da lacht die Koralle! *grins*
In Saalfeld musste ich noch 1 Stunde warten (nerv!), ehe ich nach einem weiteren Umstieg in Hochstadt-Marktzeuln gegen Mitternacht endlich wieder Münchberg erreichte.