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TUS Koblenz - FC Nöttingen

Holger  2004/08/07

TUS Koblenz – FC Nöttingen

07.08.04 Regionalliga Süd
TUS Koblenz – FC Nöttingen 2:0 (0:0)
Stadion Oberwerth
2723 Zuschauer (Gäste ?)

Nach längerer Zeit gibt es nun also mal wieder etwas Neues von mir. Die Sommerpause und –vor allem- akute Ebbe in der Kasse, sorgen leider momentan für die Einstellung meiner Hopping-Aktivitäten. Allerdings sorgte mein Patenonkel mit einem verspäteten Geburtstagsgeschenk in Form von 50 Euro(DANKE!) dafür, dass ich dieses WE doch mal wieder „on Tour“ gehen konnte.
Auf das Auswärtsspiel unserer Hofer Bayern in Kahl verspürte ich irgendwie absolut keine Lust, nachdem Dragu leider nicht fahren konnte. Also fiel meine Wahl auf dieses Aufsteigerduell. Nicht gerade ein Hammerspiel, aber na ja…
Da Koblenz für WE-Ticket Verhältnisse sehr weit weg liegt, musste ich bereits mit dem ersten Zug um 5.56 Uhr(!) in Münchberg losfahren. Dummerweise ging ich erst um 3.30 Uhr ins Bett, weshalb mir das Aufstehen und der Weg zum Bahnhof entsprechend schwer fiel. Dort traf ich überraschend einen guten Kumpel von mir. Er wartete auf einen Mitfahrer zum Clubspiel nach Kaiserslautern. Da war ich vor 2 Jahren bei eben jenem Spiel gewesen und musste ein 0:5 meines Clubs ertragen. Zum Glück lief es diesmal anders..*g*
Mein Ziel hieß Koblenz. Leider gab es auf der Hinfahrt unerwartet Probleme. Am Bahnhof Frankfurt-Mainkur angekommen ertönte auf einmal eine Lautsprecherdurchsage im Zug: „Wegen eines Unfalls mit Personenschadens (zu Deutsch: es hat sich jemand vor den Zug gestürzt) ist die Strecke vorübergehend gesperrt!“ Ganz toll- was tun? Da leider keiner wusste, wann die Fahrt weitergehen kann, schloss ich mich einer Gruppe von ca. 15 Leuten an. Diese verließen den Zug, um die Fahrt nach Frankfurt HBF mit der Straßenbahn fortzusetzen. So kam ich immerhin vorwärts, allerdings war der Anschlusszug natürlich weg und meine –trotz Müdigkeit- gute Laune auch. Zumal der nächste Zug nach erst in einer Stunde fuhr. Da dieser aber auch noch eine halbe Stunde vor Spielbeginn in Koblenz sein sollte, verwarf ich kurzzeitige Gedanken umzukehren und nach Kahl zurückzufahren
Und tatsächlich es klappte. Der Fußweg zum Stadion stellte sich dann aber als länger als „15-20 Minuten“ (Zitat auf einer Koblenzer Fanseite)heraus, was mich trotz mörderischer Hitze zu einer fetten Joggingeinlage zwang. Schließlich ist es mir unglaublich wichtig pünktlich zum Anpfiff im Stadion zu sein. Die gelang auch gerade so. Somit fiel die Groundbetrachtung relativ kurz aus: Ein relativ hübsches Stadion (v. a. die Tribünen) , für die Regionalliga gut geeignet (17000 Fassungsvermögen). Negativ allerdings die Leichtathletikbahn und die hohen Zäune.
Da im Spiele erstmal absolut 0 passierte, nutzte ich die Zeit um erst mit ein paar älteren Herren und dann mit 2 angetrunkenen Jugendlichen zu plaudern. Beide konnten irgendwie nicht fassen, dass ich wegen diesem Spiel so weit gefahren bin. Tja, was tut man nicht alles aus Langeweile…
Kurz vor der Halbzeit hatten die bis dahin etwas aktiveren Nöttinger 2 gute Chancen(1 Lattentreffer). Nach der Pause machte Koblenz endlich mehr Druck und das Spiel wurde etwas besser. Die Gäste bauten dagegen immer mehr ab, und so konnte nach ca. 70 Minuten der Koblenzer Spielmacher nach tollem Solo das nun verdiente 1:0 erzielen. Zwar versuchte der Dorfverein (2500 Einwohner) nochmals kurz Druck zu machen, aber in Schlussphase war endgültig die Luft raus und es musste in der 90. Minute durch einen Freistoß sogar noch das 0:2 hingenommen werden.
Zum Support: Die Heimfans sangen zwar fast 90 Minuten durchgehend, aber nicht wirklich stimmungsvoll. Ob Gästefans überhaupt dabei waren, konnte ich leider nicht eruieren. Jedenfalls war weder ein Transparent zu sehen, noch irgendwelche Anfeuerungen zu hören.
Auf dem Rückweg zum Bahnhof musste ich mich schon wieder abhetzen, da ich auf die tolle Idee, kam in einem Supermarkt noch etwas zu Trinken zu kaufen und einige Minuten an der Kasse stand. Aber ich erreichte meinen Zug zum Glück. Die Heimfahrt verlief unspektakulär (Ausnahme: ein fettes Gewitter in Frankfurt) und um Mitternacht erreichte ich nach insgesamt 15 Stunden Zugfahrt todmüde meine Heimat.