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SSV Ulm 1846 - SSV Reutlingen

Holger  2004/04/14

SSV Ulm 1846 - SSV Reutlingen

14.04.04 Oberliga Baden-Württemberg
SSV Ulm 1846 –SSV Reutlingen 0:2 (0:1)
Donaustadion 2500 Zuschauer (ca. 250 Gäste)

Einen Vorteil hat es immerhin, wenn man seine Diplomarbeit fern der oberfränkischen Heimat macht: Man kann bequem irgendwelche Grounds machen, für die sonst ein fette Tagestour fällig wäre. Zum Glück war das Wetter im März ziemlich besch..., so dass jetzt einige Nachholspiele anstehen. Denn am WE würde nicht einmal ich nur wegen so einem Spiel in Augsburg bleiben....
Und so stand nach dem „ Kracher“ Königsbrunn –Lechhausen und dem Heimspiel FC Augsburg – Pfullendorf (Bericht hierzu musste leider wegen Demotivation meinerseits entfallen) das 3 Spiel im Exil an. Immerhin traf ein Ex- Erstligist auf einen Ex- Zweitligist, dazu noch ein Derby- klang doch ganz gut!
Ich fuhr also an diesem Mittwoch direkt von meiner Firma mit Bus zum Augsburger Hauptbahnhof, von da mit einem Regionalexpress in die Donaustadt. Dort sah ich überraschenderweise vor dem Bahnhof schon einige Reutlinger Fans auf die Straßenbahn warten, obwohl es noch 75 Minuten bis Spielbeginn waren. Da ich solche Verkehrsmittel extrem unmännlich finde(kein Witz!), ging es –wie fast immer- per pedes zum Stadion.
Dort entschied ich mich für einen Block neben der Haupttribüne. Keine schlechte Wahl: gute Sicht, angenehme Atmosphäre. Überhaupt machte der Ground einen positiven Eindruck (v.a. die schmucke Gegentribüne), wäre da nicht diese große Leichtathletikbahn.....
Die 45 Minuten bis zum Anpfiff döste ich mehr oder weniger vor mich hin, doch dann wurde ich jäh aufgeschreckt: aus dem Reutlinger Fanblock stiegen pünktlich zum Einlauf der Mannschaften recht massive Rauchwolken hoch. Zudem wurden 4 Leuchtraketen abgeschossen, die allerdings unterwegs verhungerten. Nicht schlecht die Stimmung im Gästeblock, der auch die folgenden Singduelle mit den Spatzenfans (saßen, bzw. standen auf der Gegentribüne) locker gewann.
Zum Spiel: Reutlingen erwischte den besseren Start. Einem mächtigen Lattenkracher in der 17. Minute folgte 3 Minuten später das 1:0. Danach verflachte das Spiel, so dass ich Zeit hatte die Aufmerksamkeit auf den Gästeblock zu richten, wo inzwischen ca. 30 grüne Leute in voller Montur (Schlagstock, Sturmhaube, etc.) in Stellung gegangen waren. Insgesamt war das Polizeiaufgebot doch beachtlich, ein deutliches Indiz für die Brisanz des Spieles. Allerdings passierte –außer ab und zu etwas Rauch- nicht mehr viel. Allerdings muss ich gestehen, dass ich aufgrund der weiten Entfernung des Gästeblocks nicht alles sehen konnte. In der zweiten Halbzeit war der Favorit aus Ulm zwar feldüberlegen, konnte sich aber nur 1 Chance herausarbeiten. Insgesamt eine sehr schwache Leistung. Der finanziell angeschlagene, letztjährige Zweitligist blieb dagegen durch Konter gefährlich. In der 88. Minute erhöhte Weigl (ehemals Club und Fürth- glaub ich zumindest) nach schwerem Torwartfehler auf 2:0.
Nach dem Spiel hastete ich wie ein Irrer zum Bahnhof zurück, da ich einen ICE noch erwischen wollte. Dummerweise hatte dieser 50 Minuten(!) Verspätung. Sehr toll!!! Wenigstens fuhr kurz später ein Bummelzug, damit war die Hektik immerhin nicht ganz umsonst. In Augsburg noch mal 25 Minuten vom Bahnhof zu meiner Wohnung getrottet, und um kurz vor 23 Uhr war ich wieder „daheim“.
Fazit: Hat sich gelohnt die Tour, auch wenn es nur Oberliga Baden- Württemberg war.