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RW Oberhausen - 1.FC.Nürnberg

Holger  2003/12/12

RW Oberhausen –1.FC.Nürnberg

12.12.03 2. Bundesliga
Niederrheinstadion
Zuschauer: 5661 (davon ca. 400 Gäste)
Ergebnis: 3:1 (1:1)

Schande über mich: Vor lauter mehr oder weniger sinnvollem Rumgehoppe habe ich meinen zweiten fränkischen Lieblingsverein in dieser Saison doch ziemlich vernachlässigt. Nur die Spiele in Unterhaching und Aue, sowie das Pokalspiel bei den Füchsen in Berlin standen auf dem Konto. Im Frankenstadion war ich gar erst bei den letzten beiden Heimspielen.
Da ich zudem recht „groundhungrig“ war und auch wegen der guten Leistungen des Clubs in letzter konnte ich meine Bedenken gegen die Tour ausräumen.
Bedenken deshalb, da ich am nächsten Tag 2 Tischtennisspiele hatte und wusste, dass ich nicht vor 8 Uhr am nächsten Morgen zurück sein würde. Zudem war das Spiel freitags, und da gilt bekanntlich kein Wochenendticket. Um wenigstens etwas zu sparen, verzichtete ich auf den teuren ICE, aber dennoch sind 36 Euro für eine einfache Fahrt doch ein stolzer Preis.....
Trotzdem war ich guter Dinge als ich um 10.06 Uhr den Zug nach Würzburg bestieg. Dort hätte ich fast den Anschlusszug verpasst, da 6 Minuten Zeit für pinkeln, Essen und Trinken kaufen sich doch als etwas knapp erwiesen. Aber es ging gut und konnte dann mit IC bis Köln durchfahren. Dort noch mal umgestiegen und um kurz nach 17 Uhr war ich in Oberhausen. Dort begegneten mir überraschend viele Club-Fans. Wobei die meisten aber wohl Schalke-Fans aus dem Pott gewesen sein dürften, die sich wegen der Fanfreundschaft beider Vereine zu einem Spielbesuch entschlossen haben . Nach einer Döner-Stärkung machte ich mich, weil es ja noch früh war, zu Fuß auf den Weg zum Stadion, der aber doch relativ lang ist(ca. 25 Minuten- deshalb empfehle ich faulen Leuten auf die Sonderbusse zurückzugreifen).
Während des Fußmarsches kam ich kurzzeitig ins Träumen als ich unter einer Brücke namens „Middlesbrough- Brücke“ durchlief. Irgendwann nach England, das wärs doch....
Aber die Realität hieß Niederrheinstadion und den dortigen Gästeblock erreichte ich überraschend ohne jegliche Kontrolle. Seltsam dabei: Fast die gesamte Club-Anhängerschaft drängte sich einem kleinen Bereich neben der Tribüne, während 3 komplette Blöcke fast leer waren. Ich entschied mich für die Bewegungsfreiheit. Der Ground ist für ein Laufbahnstadion eigentlich ganz OK. 2 schmucke Tribünen und auch ein Sichtverhältnisse trotz der relativ weiten Entfernung zum Spielfeld akzeptabel.
Zum Spiel: Der Club verschlief den Start und kassierte prompt das 0:1. Dann aber steigerte sich die Mannschaft und war bis zur Halbzeit deutlich besser. Allerdings konnte leider nur eine Chance genutzt werden. Die zweite Halbzeit war dann grausam für einen Clubfan. Es ging echt überhaupt nix mehr und so stand am Ende eine 1:3 Niederlage zu Buche. Frustriert zog ich von dannen. Ich glaube, ich sollte auf weitere Auswärtsfahrten verzichten. Zur Erklärung: Letzte Saison hab ich fast jedes Bundesliga-Auswärtsspiel besucht und immer nur Klatschen gesehen. Auf dem Weg zum Bahnhof noch bei MC D. eingekehrt, fuhr ich erst einmal nach Düsseldorf. Dort hing ich eine Stunde hab, bevor ein D-Zug mich nach Frankfurt bringen sollte.
Aber die Lautsprecherdurchsage traf mich wie ein Donnerschlag: „Der Zug wird wegen eines Gleisbruchs in Holland(!!) über 1 Stunde später eintreffen!!“ NEIN, NICHT AUCH NOCH DAS!!! Damit hatte sich das Thema Anschluss in Frankfurt natürlich erledigt. Nicht trösten konnte mich, dass etwa 10 weitere Clubfans das gleiche Schicksal wie mich traf. Einer beschwerte sich auch sich wütend beim Service-Mann, er müsse um 6 Uhr früh in Nürnberg in die Arbeit, was er natürlich jetzt vergessen konnte. Allerdings stellte sich für mich die Frage, wie er das bei seinem Promillestand überhaupt hätte machen wollen...
Egal, für mich hieß es jetzt noch 1 Stunde in der Abfertigungshalle totzuschlagen( es handelte sich um den Flughafenbahnhof in Frankfurt), bevor ich mich endlich eine S-Bahn zum Frankfurter Hauptbahnhof brachte. Im Bummelzug nach Würzburg und auf dem dortigen Bahnhof fielen mir etliche charakterlose Erfolgsfans des tief verhassten Duselvereins aus der bayrischen Landeshauptstadt auf die Nerven, die auf dem Weg zum Heimspiel gegen Stuttgart waren. Aber ich war zu müde, um einen Streit zu beginnen. So erreichte ich um 10 Uhr(!!) am Samstagvormittag endlich die Heimat.
Über die anschließenden Tischtennisspiele hüllen wir besser den Mantel des Schweigens....