Spielberichte  /  Inland

FV Dresden-Nord - 1.FC.Magdeburg

Holger  2003/11/29

FV Dresden-Nord – 1.FC.Magdeburg

NOFV- Oberliga Süd
Stadion Wurzner Str.
Zuschauer: 407(davon gut 200 Gäste)
Ergebnis: 0:0 (0:0)

Eigentlich wollte ich diesen Ground schon 4 Wochen vorher beim damaligen Spitzenspiel gegen Jena(1.gegen 2.)machen. Allerdings haben mich Demotivation und das Derby Helmbrechts – Münchberg damals davon abgehalten. Aber heute sollte der Ground definitiv fallen, zumal es sich ja auch noch um ein Verfolgerduell(2.gegen4.) des souveränen Tabellenführers aus Jena handelte.
Der Wecker klingelte ungewöhnlich früh, nämlich um 4.30 Uhr, da ich mir vorher noch das NBA- Topspiel LA Lakers – San Antonio Spurs geben musste. Da die Lakers im Schlussviertel haushoch führten, konnte ich in der Gewissheit nichts mehr zu verpassen beruhigt zum Bahnhof trotten, wo um 7 Uhr der Zug nach Hof fuhr. Um kurz nach 9.30 schallte mir im Leipziger HBF auf einmal lautes Gegröle entgegen. Was war da los?
Des Rätsels Lösung: Es waren so um die 100 Chemie- Fans, die auf dem Weg zum Auswärtsspiel in Chemnitz waren. Überraschenderweise stiegen die auch in “meinen“ Zug gen Dresden ein, wo ich dann auch vereinzelt blau gekleidete Magdeburg- Fans erblickte.
Da beide Fanlager scheinbar keine Antiphatien gegeneinander hegen und zudem etliche Polizei und BGS- Leute mitfuhren blieb es ruhig. In Riesa stiegen die Chemie- Fans dann um. Als der Zug in Dresden war kam es aber dann doch zu einem kleinen Eklat. Der Zug hielt außerplanmäßig an der dem Dresden- Nord nächstgelegenen S-Bahn Station( DD- Pieschen). Dort erwarten gut 20 grüne Jungs die Magdeburger Fans. Allerdings verspürten diese keine große Lust auszusteigen. Nach ca. 5 Minute wurde es den Grünen dann zu bunt, und sie machten den Fans unmissverständlich klar, dass jetzt die Zeit zum Aussteigen gekommen sei, was einige Handgreiflichkeiten zur Folge hatte. Ich entscheid mich angesichts der gereizten Stimmung und da es noch sehr früh war, dass es besser wäre, bis zum nächsten Bahnhof zu warten und dann wieder zurückzufahren. Dennoch erreichte ich um 12 Uhr( Anstoß 13 Uhr) als einer der ersten den Ground, da die Magdeburger es sich noch in einer Kneipe gemütlich gemacht hatten, was lautes Gegröle zeigte als ich daran vorbeilief.
Dort sorgte mein fränkischer Dialekt bei einem Ordner für Verwirrung, weshalb er mich gleich nach meiner Herkunft fragte. Auch meine Erklärung: „Ich bin Groundhopper“ konnte seine Verwunderung, wie man wegen diesem Spiel eine so lange Zugreise auf sich nehmen kann nicht nehmen....
Beim „Stadion“ handelte es sich um einen stinknormalen Sportplatz mit einer relativ schmalen, aber hässlichen Aschenbahn. Immerhin war provisorisch mit einem Pseudo- Zaun ein Gästeblock eingerichtet. Aber dennoch gefiel mir das Stadion nicht wirklich.
Zum Spiel in der ersten Halbzeit passierte absolut gar nichts. Kurz nach der Pause eine gute Chance für die Heimmannschaft. Sollte das Gegurke jetzt besser werden? Leider Nein, denn bis zur 80 Minute war wieder überhaupt nichts los. Dann stand auf einmal ein Magdeburger Spieler bei einem Konter allein vor dem Tor und wurde eindeutig niedergerissen. Zu meiner Verwunderung gab es keinen Freistoß o. Elfmeter und auch keine rote Karte, was die Magdeburger Fans auf die Barrikaden brachte. Aber es beruhigte sich schnell wieder. Im Dresden- Block war erwartungsgemäß null los, nur 2 Rentner, die ständig den Schiedsrichter(er pfiff OK) beschimpften, amüsierten mich. Lustig war auch die tolle „Klopapier- Choreografie“, als einige beim Einlaufen der Mannschaften zu Spielbeginn und nach der Halbzeit ca. 15 rollen Klopapier warfen. Sehr orginiell....
Aber zurück zum Spiel: In der Nachspielzeit rettete der Magdeburger Torwart dann mit einer Glanzparade den Punkt für sein Team, allerdings hätte echt keine Mannschaft einen Sieg verdient gehabt.
Dann ertönte der Schlusspfiff und für mich hieß es nur noch: „Nix wie fort aus Dresden- Nord“! Das dauerte aber aufgrund des „enormen“ Tempos der Deutschen Bahn AG noch bis 21 Uhr, ehe ich endlich wieder in Münchberg war.