Spielberichte  /  Inland

VfL Borussia Mönchengladbach - Vfl Bochum 1848

Junior-Hofer  2003/09/27

Von fliegenden Schlafsäcken,einer sterilen Arena,und der Wahl zum Unwort des Jahres

1.Bundesliga
Stadion: Bökelberg
Ergebnis: 2:2 (1:0)

"Go west!"hieß heute das Motto,denn zusammen mit Rodi und"Bayernbembel"Zico wollte man an diesem Wochenende das schöne Nordrhein-Westfalen,sowie das Land der Frittures,Fritten und Mexicanos beehren.
So ging es leicht verschlafen,aber voller Vorfreude,bereits um 05.00 Uhr von der heimischen Wohnung aus in die noch tiefere Pampa nach Kirchenrohrbach,um Rodi aufzugabeln.
Mit ihm zusammen steuerte man das Jahnstadion in Regensburg an,wo Zico bereits wartete,und unser Lieblings-Landei Rodi bereits die erste Kultaktion der Tour brachte,als er unter ein geparktes Auto krabbelte,
um einen ihm entglittenen Apfel wieder zu ergattern.
Anschließend startete man gen Köln durch,wo man ein recht günstiges 3-***-Hotel gebucht hatte.Nach relativ ereignisloser Fahrt kam man schließlich wohlbehalten(obwohl Rodi zeitweise das Steuer übernahm)in der Domstadt an,und wollte in besagter Unterkunft einchecken.Allerdings war unser Zimmer um 12.30 Uhr noch nicht hergerichtet.Na toll.Erster Minuspunkt!
So tischte man zunächst am gegenüberliegenden Burger King und im Getränkemarkt an,wo einem bei der riesigen Auswahl an leckerem Kölsch doch erstmal der Mund offen stehen blieb.Schnell mit genialem Reissdorf eingedeckt,und ab nach Mönchengladbach.Dort kurvte man erstmal etwas durch die Gegend,und parkte schließlich am Grünstreifen des Autobahnzubringers.Von da war es nur noch ein Katzensprung(naja,kommt halt auf die Katze an)bis zum Ground.Dieser liegt mitten in einem Wohnviertel,und wird am Ende der Saison leider selbigem weichen müssen.Bonzenhäuser statt Kultarena-pfui Teufel!
Besondere Aufmerksamkeit erregten bei unserem Trio dann die winzigen Kartenhäuschen ohne erkennbare Türen,und man kam zu dem Schluß,dass die Verkäufer dort wohl wohnen müssten,und vermutlich nur zu den Heimspielen mal durch den Fensterspalt schauen dürfen.Kranke Hopperphantasien eben;-)
Alsdann begab man sich zur Gästekurve,wo Zico und ich langsam einen Rappel kriegten,da Rodi uns(wie schon den ganzen Tag)in penetranter Manier mitteilte,dass er am Abend Eindhoven gegenüber Eupen klar bevorzugen würde.So war man froh,als sich endlich die Stadiontore öffneten,und sich unser Quälgeist davonmachte,um eine Schiri-Karte zu erhamstern.
Also rein in die Arena,die durchaus zu gefallen weiß.Aber wem sag'ich das-außer mir war wohl fast jeder vorher schon einmal an dieser legendären Kultstätte... Gerade hatte man es sich dann gemütlich gemacht,und seine Aufmerksamkeit dem laufenden Jugend-Kick gewidmet,da war es auch schon wieder vorbei mit der Ruhe-Rodi kam freudestrahlend auf uns zu,und sofort ging das Geseiere von wegen"Eindhoven statt Eupen"wieder los,sodaß man schon erwägte,ihn die steilen Ränge hinunterzuschubsen,oder am nächstbesten Autobahnparkplatz auszusetzen.
Bis zum Anpfiff fanden sich schließlich 29.000 Zuschauer ein,davon rund 3.500 aus Bochum,die es zu Beginn mehrmals rauchen liessen.Und was machte die Staatsmacht?Nada,rien,nichts!Und ist jemandem etwas passiert?Auch net.Na also!Ansonsten brachte der Gästemob aber nicht viel zustande,was wohl auch am Spielverlauf lag,denn bereits nach fünf Minuten verwandelte Arie van Lent einen-zumindest zweifelhaften-Elfer zur Borussen-Führung.Das war's in einem total miesen ersten Durchgang denn auch schon.Zum Einlaufen der Mannschaften zur zweiten Hälfte präsentierten die Borussen dann ein ebenso simples wie geniales Spruchband."Wo ist denn der Rest?Aufm Eierberg?"war eine gelungene Anspielung auf das Bochumer Rotlichtviertel.Ansonsten sollte man auch über die zweite Halbzeit den Mantel des Schweigens legen.Erst in den letzten Minuten kam Feuer in's Spiel,als die Bochumer nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich in Führung gingen(88.),und die Gladbacher durch van Lent in der 95.Minute einnetzten,und den Bökelberg in ein Tollhaus verwandelten.
Nachdem Rodi irgendwann seinen Rucksack von der Abgabestelle zurückgeholt hatte,machte man sich durch das Verkehrschaos auf nach Eupen,zu...