Spielberichte  /  Inland

FC Bamberg - TSV Aubstadt

Markus  2003/10/25

S p i t z e n r e i t e r

Landesliga Nord (Bayern)
Stadion: Bamberger Volksparkstadion
Zuschauer: ca. 150
Ergebnis: 2:1 (0:1)

Was macht man an einem Samstag, an dem die Hofer Bayern in Memmingen spielen - mit wenig Aussicht auf Erfolg und die Zugfahrt so bescheiden ist, dass das Ganze ein 24-Stunden Ausflug werden würde? Genau: Man liest ein gutes Buch oder besucht gute Freunde. Ich entschloß mich zu Zweiterem. Und da ich rein zufälligerweise in Bamberg ein paar gute Freunde kenne, stand der Entschluß schnell fest. Auf gehts zum Spitzenreiter der Landesliga Nord zum Spiel gegen den Tabellenletzten aus Aubstadt. Die Aubstädter wurden die Woche vorher bereits von unserer zweiten Mannschaft mit 4:1 in Aubstadt weggefegt, so dass ich mich auf ein schönes Fussballspiel mit vielen Toren freute. Die Zugverbindung nach Bamberg ist eigentlich recht gut und ebenfalls gut ausgerüstet und mit vollem Rucksack gings um 11:48 Uhr am Hofer Hauptbahnhof los. Um halb eins stieg dann noch der Märtel in Burgkunstadt mit ein und auch aus seinem Rucksack klapperte es gewaltig. Ein gutes Zeichen. Bis Bamberg - kurz vor 13 Uhr wurde so auch gleich mal der erste Durst gelöscht (man will ja nicht das ganze Gepäck wieder mit nach Hause nehmen müssen). In Bamberg angekommen nahmen wir auch gleich in der Straßenbahn die Richtung zur Bamberger Stammkneipe auf. Eigentlich wollten wir uns dafür keine Karte kaufen - nachdem direkt vor uns allerdings ein Kontrolleur einstieg, enschieden wir uns dann aber doch kurzfristig für diese Investition. Dank "schöne-Wochenend-Ticket" kostete eine Fahrt allerdings nur 60 Cent, was man dann doch lieber bezahlt als 20 Euro für die Schwarzfahrt. Mit lautem Hupen machten wir dann vor der Kneipe lautstark auf uns aufmerksam - um dann innen festzustellen, dass doch noch keiner da war. Dies sollte sich aber schnell ändern und so kamen Jürgen und Odin und weitere Bamberger, um das traditionelle Warm-Up vor dem Spiel durchzuführen. Eigentlich wars schon wieder so gemütlich, dass wir es auch noch weiter in der Kneipe ausgehalten hätten, aber die Uhr mahnte dann um 20 Minuten vor drei zum Aufbruch zum Stadion.

Zum Stadion selbst brauch ich wohl nicht mehr viel zu sagen - Tradition pur - aber leider noch etwas verfallener als unsere ehrwürdige Grüne Au. Schnell noch die B.H.F.C.-Fahne aufgehängt die ich vom Lizzy hatte sowie die Fanfreundschaftsfahne: "Bamberg/ Bayern Hof - You'll never walk alone" und dann gings auch schon los. Erstaunlicherweise entwickelte sich im Spiel Erster gegen Letzter ein ausgeglichenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Ca. 20 Bamberger feuerten Ihre Mannschaft frenetisch an und auch die Rucksäcke vom Märtel und mir wurden nach und nach immer leichter. Als wir uns schon auf ein 0:0 zur Pause eingestellt hatten, dann doch noch der Schock: Elfer für Aubstadt - 0:1. So gings auch in die Kabine und für uns zum Bier besorgen. Der Einfachheit halber wurde für die Fangruppe gleich ein ganzer Kasten organisiert - damit man nicht so oft laufen muss. So ging es frisch gestärkt in die 2. Hälfte und auch die Bamberger Spieler rissen sich nun etwas zusammen - es stand ja schliesslich die Tabellenführung auf dem Spiel. Das 1:1 fiel recht schnell - dann kam aber wieder eine Zeit des Durchhängens. So mussten wir bis zur 85. Minute warten, bis wir mit dem 2:1 Siegtreffer erlöst wurden - da hatte schon niemand mehr dran geglaubt. Aubstadt hatte zwar gut mitgespielt, aber am Schluß eben das Pech, das man hat, wenn man ganz unten steht (den Satz kenn ich zur Zeit irgendwoher).

Nach dem Spiel - nachdem das Transparent "SPITZENREITER" dann doch wieder hervorgeholt werden durfte, stärkten wir uns dann noch am Bratwurst- und Glühweinstand, bevor es wieder zurück zum "Auslaufen" und vor allem Aufwärmen in Richtung Kneipe ging. Dort wurde dann noch kräftig mit Weizen, Goas-Maß und Pils der Sieg begossen - bis der Zug rief und uns nach Hause fahren sollte. So stiegen wir in Bamberg um 18.38 in den Regionalexpress Richtung Hof. ´Märtel stieg wieder in Burgkunstadt aus - nicht ohne vorher noch seine Frau anzurufen, wann und wo Sie ihn denn abholen solle und dass er "fei noch nüchtern" ist. Ich lass dies hier einfach mal ohne Kommentar stehen. Dass die Fahrt dann dank "hervorragender Planung der Bahn" dann eine Stunde länger dauern sollte, war aber der einzige Wehrmutstropfen eines ansonsten sehr gelungenen Tages. So kam ich gegen 21 Uhr - glücklich und erschöpft - in Hof an.