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SC Paderborn 07 - 1860 München

Holger  2006/03/19

SC Paderborn 07 - 1860 München

19.03.06 2. Bundesliga
SC Paderborn 07 - 1860 München 0:1 (0:1)
Hermann-Löns-Stadion 8147 Zuschauer (ca. 350 Gäste)


Der überaus lange und schneereiche Winter hatte auch meine Hopping- Aktivitäten weitgehend zum Erliegen gebracht. Deshalb konnte man die Anzahl der bisher im Jahr 2006 gemachten Grounds an einer Hand abzählen. Lediglich in Sochaux (Bericht wollte ein Mitfahrer schreiben- wir warten heute noch drauf) und bei Hertha Berlin, sowie in Burg-hausen und Schaffhausen (Bericht nicht lohnenswert) konnte Fußball auf Rasen bewundert werden. An diesem Sonntag schließlich stand ein interessantes Zweitligaduell auf dem Plan: Der forsche Aufsteiger gegen die chronisch erfolglosen Löwen. Aus Kostengründen sollte die Fahrt mit dem Wochenendticket der Bahn erfolgen. Dummerweise ist es damit aber unmöglich nach dem Spiel noch bis Hof, bzw. Münchberg zu gelangen, weshalb zunächst mit dem Auto bis Jena gefahren werden mußte.
Deshalb holte mich der Wecker in aller Herrgottsfrühe (4.10 Uhr !) aus den Träumen und ich schlenderte schlecht gelaunt (Schlafmangel, bzw. Niederlage im Tischtennis am vorher-gehenden Abend) zum Treffpunkt. Wenig später traf Hof/Saale Markus ein, mit Stefan (Töpen), und 1860- Allesfahrer Thorsten an Bord). Gemeinsam ging es also nach Jena. Am Bahnhof angekommen sorgte erstmal ein total zugesoffner (oder zugekiffter?) Hippie-Typ für Erheiterung, welcher schnurstraks über die Bahngleise torkelte und beim Versuch auf unserer Seite wieder auf den Bahnsteig zu gelangen, voll auf die Fresse fiel, für Erheiterung. 2 Stunden später (ca. 8.30 Uhr) mußten wir in einem Kaff namens Leinefelde zum ersten Male umsteigen. Dies nutzten Stefan und Thorsten um in der Bahnhofskneipe den Alkoholpegel wieder etwas aufzufüllen, während ich ein paar Blicke der Formel 1 Übertragung aus Malaysia widmete. Menno, da hatte es fast 40 Grad und bei uns Schweinekälte- einfach ungerecht. Beim nächsten Umstieg in Kassel dann Hektik: Unser Zug hatte über 10 Minuten Verspätung, wir aber nur 5 Minuten Zeit zum Umsteigen. Doch nach hektischen Rumirren auf dem Bahnhof (Bauarbeiten und Gleisänderung) stellten wir erfreut fest, daß der Anschlußzug wartete. Doch beim nächsten Umstieg in Warburg hatten wir zunächst weniger Glück: Auch der Zug ab Kassel war fast 25 Minuten zu spät, so daß der nächste Anschlußzug leider weg war. Doch zum Glück hatte ich vorher eruiert, daß auch noch ein Bus nach Paderborn fährt. Und tatsächlich, gerade als wir die Bushaltestelle erreichten traf er auch schon ein => Schwein gehabt!
Da wir ziemlich die einzigen Fahrgäste wahren, verwickelte uns der sympathische Busfahrer gleich mal in ein Gespräch über alles Mögliche, so daß die Zeit bis zur Ankunft (12 Uhr) wie im Fluge verging. Dann stellte sich die Frage, wie man vom Hauptbahnhof zum Stadion gelangen sollte. Dieses liegt in einem Vorort von Paderborn (Schloß Neuhaus) und damit ewig weit weg. Während meine Mitfahrer auf ein Taxi zurückgriffen, entschied ich mich als vorbildlicher Hartz 4 Empfänger dafür, die paar Kröten zu sparen und statt dessen einen fetten Nachmittagspaziergang anzutreten. Dieser erwies sich mit über 1 Stunde (!!) Dauer in der Tat als sehr umfangreich. Endlich angekommen kaufte ich mir irgendein Stehplatzticket (7€ ermäßigt). Markus und Stefan waren im Block daneben (Gegengerade), schafften es jedoch nach zähen Verhandlungen mit einem Ordner, die Verbindungstür zu öffnen und auch in meinen zu gelangen (dort konnten sie besser fotografieren). 1860 Thorsten war natürlich im Gästeblock. Doch spätestens als die 1,5 Stunden Wartezeit bis zum Anpfiff endlich vorbei waren, hätten wir uns gewünscht auch dort zu sein. Denn wie schon auf der Paderborner HP angekündigt, war der Heimbereich in der Tat ausverkauft und man fühlte sich eingeengt wie eine Ölsardine in der Büchse. Im Gästebereich wäre dagegen noch genug Platz gewesen. Der Ground war eigentlich normal, bis auf eine Hochspannungs- Stromleitung, die direkt über dem Platz verläuft. So etwas hab ich noch nie gesehen. Zudem gab es keine Anzeigetafel- schwach für einen Zweitligisten. Allerdings wollte Paderborn ja eigentlich in der Rückrunde schon gar nicht mehr hier, sondern in der neuen „paragon Arena“ spielen, doch Einsprüche von Anwohnern hatten für einen Baustopp gesorgt. Fortsetzung offen.
Zum Spiel gibt es wenig zu sagen, es war einfach nur grottenschlecht. Nach einem katastrophalen Fehlpaß am eigenen Strafraum gingen die Sechziger nach etwa 15 Minuten in Führung. Kurz später fast das 2:0, allerdings sprang ein Kopfball vom Innenpfosten wieder raus. Danach gähnende Langeweile. Kurz vor Schluß lag der Ball völlig überraschend im Gästetor (Paderborn hatte im ganzen Spiel keine Chance), doch der Schiri erkannte auf Torwartbehinderung. Unter dem schlechten Spiel litt auch die Stimmung, nur ein paar ziemliche angeheiterte Typen in unserem Block versuchten diese etwas anzuheizen- scheiterten jedoch kläglich.
Danach verzichtete sogar ich auf einen weiteren Mega-Fußmarsch, so daß wir geschlossen per Bus zum Bahnhof zurückfuhren. Unser Zug fuhr um 17.53 Uhr. Kein Problem sollte man meinen, doch falsch. Um das Stadion Megastau, also kam der Bus einfach nicht voran. Um 17.52 Uhr waren wir endlich am Bahnhof, doch zum Glück fuhr der Zug etwas später los. Kurz vor 20 Uhr erreichten wir Göttingen, wo (planmäßig) über eine Stunde Aufenthalt rumzukriegen war. Dort verspürten alle großen Appetit auf eine Türkentasche (auch Döner genannt), allerdings war leider keine in Bahnhofsnähe eruierbar, weshalb verschiedene Imbißbuden im Bahnhof zur Magenfüllung herhalten mußten. Ich als leidenschaftlicher Radfahrer fand es positiv, daß neben dem Bahnhof eine Riesenanzahl von Fahrrädern stand. Unglaublich, sowas hatte ich noch nie gesehen. Man könnte meinen, man sei in Peking oder Tokio...
Auf der weiterem Heimfahrt passierte nichts Ungewöhnliches mehr, außer daß wegen knapper Umsteigezeiten und leichter Zugverspätungen öfters noch etwas Hektik aufkam. Aber letztlich waren wir planmäßig um kurz vor Mitternacht wieder in Jena. Kurz vor halb 2 war ich endlich wieder in Münchberg.
Fazit: Fast 22 Stunden unterwegs für dieses Spiel waren zwar recht viel, aber dennoch fand ich die Tour gelungen!