Spielberichte  /  FC Bayern Hof II

Viktoria Kahl - FC Bayern Hof II

Lissi  2003/12/06

Schachtscheißer

Landesliga Nord
Viktoria Sportplatz
Zuschauer: 200 (davon 10 Gäste)
Ergebnis: 2:1 (0:0)

So am Nikolaus-Tag ging es also los. Zum Nachholspiel nach Kahl mit der Zweiten. Nach wochenlanger Planung unseres Eruierers Holger bestiegen Benny und ich den Regionalexpress Richtung Würzburg gegen 9.40 Uhr MEZ. Man hätte ja auch mit der Mannschaft im Bus bequem in die weite Welt reisen können (also Kahl), aber da man den Jürgen und Holger mitnehmen wollte, jedenfalls Bahn. Doch kurzfristig durchquerte ein Tischtennisspiel gegen TTC GNATZ Winnenden die Pläne des Reiseleiters. Leider! Kein Vorwurf. Sport ist Mord und geht vor!
Die Fahrt gestaltete sich dennoch recht lustig. Wir unterhielten uns und das gesamte Großraumabteil über Frauen, Mitmenschen und natürlich Fußball. Schließlich gibt es ja nix anderes worüber man plaudert. Ach doch, der Suff und die Schandtaten im Rockwerk vom Vortag bieten reichlich Nahrung an Gesprächsstoff.
Jedenfalls störte urplötzlich eine angetrunkene Gestalt die Männergespräche als uns ein lila Schal präsentiert wurde. Oh ein Schachtscheißer. Dieser gesellte sich zu uns und schilderte uns seine Fanerlebnisse mit Wismut. Voller Stolz entgegnete er uns seinen Treueschwur „Wir sind die Schachtscheißer und wir bleiben die Schachtscheißer“ ca. 25mal in 2 Stunden (anfangs wars ja recht lustig, aber auf Dauer…). Ferner lud er uns ein, 2 Wochen unter Tage zu schaffen was wir dankend ablehnten. Ich weiß ja nicht, aber mir waren die Auer immer recht sympathisch gewesen, doch jetzt? Weiß nicht. Immer wenn ich jetzt Erzgebirge Aue höre denke ich an diesen Typen, der Zigaretten und Bier schnorrte und uns weise machen wollte Hansa Rostock wäre Kaiserslautern und Kaiserslautern Hansa Rostock *ratlosschau*.
Als in Bamberg der Jürgen einstieg hatten wir ein wenig Ruhe von Ihm, da er dem Bamberger die selben Geschichten erzählen musste.
Irgendwann bot er uns ein Schaltauschgeschäft an, was wir dankenswerterweise ablehnten. Daraufhin bescheinigte er uns das Prädikat „echter Fan“ zu sein, wenn man seinen Schal net hergibt. Soweit ganz gut, doch nachdem er uns 13 mal diesen Deal anbot kam mir der Verdacht auf, dass er kein „echter Fan“ sei. Ihr seid „echte Fans“ kam natürlich auch 13 mal. Was wollen wir mit nem Aue-Schal, wenn wir die limitierten Britannia-Kult-Teile haben (winke winke Benny).
Endlich umsteigen in Würzburg und die Erkenntnis seine Ruhe von dem Auer zu haben. Die weitere Fahrt nach Kahl war ne echte Erholung.
Am letzten Halt in Bayern war Endstation und der Shuttle-Service von Sascha, organisiert vom Jürgen stand abfahrbereit Richtung Ground. Nochmal danke hierfür.
Am Sportplatz angekommen wurde sich erstmal mit Bratwürsten, Schnaps, Glühwein und Bier gestärkt. Der Ground ist nicht sehr erwähnenswert, doch recht nostalgisch, welcher direkt am Wald, an der Eisenbahnstrecke der DeeBee und in der Einflugschneise liegt.
Von Support kann aufgrund der Rumpfbesetzung keine Rede sein. Man unterhielt sich mit den Kahlern über die üblichen Themen und „genoss“ das letzte Punktspiel des Kalenderjahres, welches - nett ausgedrückt - sehr schwach war.
Babs war auch anwesend (natürlich per Bus angereist) doch die musste sich wahrscheinlich um den Verletzten Flo kümmern, da man sie kaum sah. Bei ner Rippenverletzung braucht man schon ne Krankenschwester. Gute Besserung Flo!
Das Spiel gewann Kahl nach 0:1 Rückstand überraschend, aber nicht unverdient.
Nach dem match wurde gemeinsam, aber kontrolliert Rauch abgelassen, was recht gut in der Dämmerung rüberkam.
So verkrümmelten wir uns nach dem Spiel in die Bahnhofskneipe, in der man in den Genuss der zweiten Halbzeit der „prämiere-Bundesliga-Konferenz“ kam und über ne Stunde auf Wiener Würstchen warten musste. Dazu ein kühles Bier und man fühlte sich fast schon wie daheim. Jürgen trank ne Goßmaßn, die er der Wirtin - mit dem der Benny ne Kurzbeziehung von 10 Minuten dann hatte - beim letzten Kahl-Besuch mit Bamberg beigebracht hatte zu „mixen“.
So fiehl der Abschied recht schwer aus dieser gemütlichen Kneipe, doch der Zug ging heim. Jürgen hatte natürlich die Ruhe weg und kam erst aufs Gleis als der Zug gerade einfuhr. Meine Nerven!
Die Rückfahrt war recht feucht-fröhlich bis der Schaffner uns seine BahnBestimmungen und Busgeldhöhen begann zu erörtern, nachdem Benny sich im Zug breitgemacht hatte. Ausser ner verbalen Auseinandersetzung blieb es geradeso überhalb der Gürtellinie.
Eine schöne Jahresabschlusstour und nicht vergessen: „Die sind die Schachtscheißer – und die bleiben auch die Schachtscheißer!“