Spielberichte  /  FC Bayern Hof

VFC Plauen - FC Bayern Hof

Emil  2003/07/12

Lissi und Renate – das neue Traumpaar!

Freundschaftsspiel
Stadion: Vogtlandstadion
Zuschauer: 400(15 aus der Saalestadt)
Ergebnis: 3:0 (1:0)

Wieder einmal musste ich in aller herrgottsfrüh aufstehen, um meinen Zug nach Hof/ Plauen zu erwischen... die Fahrt verlief ereignislos, einzig das heute neu rausgekommene Sport-Bild Sonderheft zur neuen Bundesligasaison vertrieb mir ein bißchen die Zeit. V. a. die Entstehungsgeschichten der Erstligawappen ist erwähnenswert. Überhaupt ist das Heft wesentlich mutiger, was neue Rubriken angeht, als das kicker Sonderheft, welches dennoch eine klasse für sich ist.

In Hof angekommen, standen schon Benni und Lissi (ganz stolz mit seinem „neuen“ Piotr Kluszek Trikot) am Bahnsteig. Es war 11.30 Uhr und der Spaß konnte losgehen. Als wir in Plauen ankamen, musste ich wieder einmal feststellen, wie unschön doch so manche Oststädtchen sind. Zudem war so gut wie nichts auf den Straßen los, man hatte fast das Gefühl, es wäre ein Feiertag. So liefen wir zum Stadion, unterhielten uns über Sport, Musik und Politik, wobei dabei Differenzen jeglicher Art beim gemeinsamen Anstoßen mit dem Gerstensaft, erfolgreich runtergespült wurden. Nein, mal Spaß beiseite, auffallend ist immer wieder, dass um so jünger die Menschen sind, sie auch um so mehr auf der Suche nach Identifikationsmöglichkeiten sind. Das dabei prinzipiell eine Seite als Feindbild herhalten muss, liegt demnach natürlich nahe. Das man sich aber auch meist über dieses Feinbild einer Szene/ einem Musikstil zuordnet, scheint zwar logisch, aber doch eben auch sehr naiv. Schließlich höre ich doch Musik, weil sie mir gefällt und nicht weil sie bestimmte Leute nicht hören bzw. scheisse finden.... aber weiter in unserem Tagesablauf. Am Stadion ankommend wurde erstmal unser „Kaupi“ mit Sprechchören begrüßt, schließlich hat er vor zwei tagen sein Engagement in Hof verlängert. Und wie man später auch im Spiel gesehen hat, ist er mit seiner verbalen Präsenz unglaublich wichtig für unsere (immer jünger werdende) Mannschaft.
In der Stadiongaststätte wurde dann erstmal mit Sternquell das ortsansässige Bier gestestet, was zwar eher mäßig war, dafür gefielen aber die Plastikbecher mit aufgedrucktem Vereinslogo. Warum so was nicht bei uns geht??? Langsam trudelten auch die restlichen Hofer ein und suchten mit unseren gut 15 Mann (und einer Frau) ein gemütliches Plätzchen unter der schattigen Haupttribüne. Der Fanbeauftragte musste wieder einmal gerügt werden, da er sein Transparent zum wiederholten Male vergaß. Das Spiel begann recht ansehnlich und unsere Mannen konnten in der ersten Halbzeit gut mithalten. V. a. der neue Wolter im Sturm, bot sich phasenweise sehr gut an, war beweglich und antrittsschnell. Als aber das 1:0 für Plauen fiel, verflachten auch unsere Angriffsbemühungen. Kurz vor Ende der 1. Halbzeit, wurden auch die Plauener Fans etwas lauter uns kamen zu uns in den Block. Angeführt von dem gefährlichen Johannes, schmetterten sie uns ihr VFC Plauen entgegen, was uns zur Antwort „wollen wir hauen!“ nötigte. Johannes wurde daraufhin ziemlich aggressiv und es war ganz gut, dass der Schiri zur Halbzeit pfiff und wir zum Roster bzw. Bierstand flüchten konnten. Dort traf ich dann wieder, auf den zahnlosen Plauener, der bei Sternquell arbeitet und mich ziemlich zutexte. Nur leider verstand ich kein Wort. Unglaublich, was 30 km für einen sprachlichen Unterschied ausmachen konnten. Wenigstens organisierte er mir ein Exemplar der 100jährigen Jubiläumsausgabe des VFC Plauen. Darin befindet sich nicht nur ein Foto von unserem Stachel, sondern auch eine schöne Anekdote von unserem „Bröms“, der am 25.7.98 im Vorbereitungsspiel gegen Schalke 04: „Gleich zweimal in den ersten 20 Minuten entwischte der leichtfüßige Mario Brömser dem Weltklasseverteidiger Johan de Kock“. Wäre schön, wenn er auch bei uns mal wieder zu alter Stärke – wie unter Norbert Schlegel – zurückkehren könnte.
Die 2.Halbzeit begann wieder mit Johannes, der langsam auch gewalttätig wurde und unserem Theo von hinten ansprang (Anm. d. Eintippers: Fußball ja, Randale nein!) . Es kann aber auch sein, dass Johannes nur an dem Tigerenten T-Shirt, dass Theo Spieltag für Spieltag trägt, interessiert war. Egal, sein Vater kam und ermahnte ihn, was für ein lautes Durchatmen in der Hofer Kurve sorgte. In dieser Zeit fielen auch völlig verdient das 2:0 und 3:0 für die Plauener, was uns aber nur zu noch mehr Support animierte. Ganz nach dem Motto „Wir sind nur zum feiern hier“ wurden die restliche Minuten singend verbracht. Sogar Benny konnte man ab und zu hören und auch die Babs klatsche rhythmisch in die Hände (das muss sie ja auch können, schließlich singt sie im Kirchenchor).

Nach dem Spiel wurde noch gemütlich vor der Stadiongaststätte getrunken und wir lernten noch einige lustige Gestalten kennen. Am besten gefiel mir die ebenfalls zahnlose (scheint in Plauen Mode zu sein) Renate. Sie schien durch unsere Anwesenheit auch so richtig beflügelt und packte irgendwann einen in Zeitungspapier eingewickelten Piccolo aus. Dabei murmelt sie immer, dass sie deswegen ja noch keine Säuferin ist, was wir natürlich nur unterstreichen konnten. Überhaupt waren alle Plauener recht nett, so wie auch deren Sportanlage. Später wurden dann noch Gespräche mit unserem Coach geführt, der sehr zurückhaltend unsere Kritikpunkte den W. Mahr betreffend hören wollte. Er wurde mir ein bisschen sympathischer, wobei ich immer noch das Gefühl nicht loswerde, dass er eine Marionette von W. Mahr ist. Irgendwann war dann Aufbruchstimmung angesagt und wir fuhren dank unserer Chauffeurin Babs mit dem Auto nach Hof, wo wir zu viert noch ein Bier in der Bahnhofsgaststätte getrunken haben. Dabei „lief“ uns noch mal Holger über den Weg, der gerade Zwischenstopp auf seiner Fahrradtour Plauen-Hof-Münchberg machte. Im Zug verließen mich dann alle Lebensgeister und ich schlief über einem Leberkäs-Brötchen glücklich ein.
War eine geile Fahrt. Die Mannschaft machte mir zwar keine Hoffnungen auf eine gute Saison, aber dafür die wenigen aktiven Fans zur Zeit. Es ist etwas im Entstehen. Ich habe ein gutes Gefühl.