Spielberichte  /  FC Bayern Hof

DVV Coburg - FC Bayern Hof

Lissi  2004/08/17

Die Geburt des Amsteuertelefonierers

17.08.2004
Landesliga Nord
DVV Coburg – FC BAYERN HOF 1:2 (0:1)
Stadion: Dr.-Stocke-Stadion
Zuschauer: 400 (ca. 150 aus Hof)

Innerhalb von 3 Wochen stand mal wieder eine englische Woche für die Mannschaften der Landesliga an. So kriegt man eine Woche auch schnell rum. Jedenfalls stand für unseren B.H.F.C. das Awaymatch im absolut nostalgischen Dr. Stocke Stadion zu Coburg an. Mit diesem Ground verbinde ich mein aller erstes Auswärtsspiel mit dem FC Bayern Hof anfang der 90 Jahre. Das nur nebenbei.
Um überhaupt rechtzeitig zum Spiel zu kommen, verzichtete ich in der Arbeit auf meine beliebte zünftige Mittagspause, um mich früher aus dem Staub zu machen, mit der Begründung einen enorm wichtigen Termin wahrzunehmen.
Da mir Tim, mit dem ich früher ab und an zu den Hof-Spielen unterwegs war, beim ersten Heimspiel gegen Kitzingen wage andeutete, dass er wohl fahren würde, kontaktierte ich Ihn einen Tag vorher, ob er uns (Benny, meine Freundin und mich) auch tatsächlich mitnehmen könnte. Und so traf man sich um 17 Uhr an der Tanke in der Eppenreuther Straße. Schnell noch zwei Bier für die Reise eingekauft (müssten ja reichen) und schon ging es los. Da Tim kleine Bedenken hatte rechtzeitig zum Anpfiff zu kommen, tat ich mein Bestes Ihn verbal zu beruhigen. 1 Stunde und 30 Minuten reichen ja auch gewöhnlich.
Kaum in Hof rausgefahren, da winkt doch tatsächlich freundlich eine jüngere Frau mit der Polizeikelle in Richtung unsres Autos. Auf Höhe des Silberberges bremst uns die Rüsselsheimer Rostlaube aus und wir kommen auf dem Schotter neben der Landstraße zum stehen. Als ob die wussten das wir es eilig zum Fußball haben.
Anklagepunkt: Telefonieren am Steuer, ab Ernst-Reuter-Str. 104. Völlig verwundert schauten wir uns gegenseitig im Auto an, denn vom Telefonieren oder gar vom Halten des Mobiltelefons kann nach bestem Gewissen absolut keine Rede sein. Das Handy war die ganze Zeit in der Hosentasche. Unsre einhellige Meinung interessierte die Zivilfahnder nicht und befragte Tim nochmal. „Sie bleiben bei Ihrer Aussage nicht telefoniert zu haben?“ Nachdem die Antwort verneint wurde verdrückten sich die beiden ins Auto kuschelten ne Runde und füllten 20 Minuten einen DIN A4 Strafantrag auf Todesstrafe wg. Telefonierens am Steuer aus. Lächerlich. Nach Begutachtung des Telefons durch die überaus Korrekten „Staatsdiener“ (bezogen auf die Ausübung Ihrer genauen Arbeit), und der Aussage der Polizeifrau genau das Handy gesehen zu haben konnte es weitergehen. Die muss Fähigkeiten besitzen durch Materialien, wie Textil und Blech schauen zu können. Respekt.
Es ging weiter Richtung Coburg, mit der Einsicht die ersten Minuten des Spiels zu versäumen. Der Cola-Vorrat meiner Freundin und mein Biervorrat war durch die Aktion auch aufgebraucht...Hätte ich doch mehr eingekauft. So Acht Cola, acht Bier. Das hätte gereicht.
Die weitere Fahrt verlief ereignislos, man plauderte bisschen, denn genug Gesprächsstoff.
war ja da.
In Coburg waren wir dann 15 Minuten nach Anpfiff am Ground. Benny versagte als Wegbeschreibungsleser total, denn wir parkten auf einem Supermarkt Parkplatz, da wir eine Straße zu früh abgebogen sind.
Besonders hervorzuheben sind die humanen Eintrittpreise der Festestädter und das wir das erste Tor der Hofer verpasst haben. Danke hier an den Opel Kadett!
Der Ground selbst einfach nur geil. Die Stufen total mit Gras überwachsen, die Anzeigetafel ist wohl nach dem Weltkrieg auch nicht mehr benutzt worden. Dazu verläuft parallel zu der Außenlinie eine überdachte Stehplatztribüne und auf der Gegenseite eine kleine Holztribüne mit Sitzplätzen. Einfach nur geil.
Viele bekannte Hofer Gesichter konnte man an diesem Tag begrüßen. Auch Holger der absolute Fahrrad-Masochist der gut 4 Stunden für den Weg Münchberg –Coburg benötigte. Holger, Du bist echt krank *g*
Das Spiel unsrer Mannschaft war nicht so toll und so blieb es zur Halbzeit dann auch bei der ein Tore Führung. Es war zugegeben ein recht hart geführtes Spiel, beider Teams.
Nach dem Wechsel erhöhte Rauh auf 2:0 und Benny und ich hofften auf 4 Punkte beim Tippspiel, das uns zu Rum, äh Ruhm geführt hätte, wenn das Spiel, wie wir getippt haben 4:1 ausgegangen wäre. Doch daraus wurde nichts, denn die Gastgeber machten von da an das Spiel. Betrachtet man das Spiel im Ganzen war der DVV mindestens gleichwertig.
So kam es, wie es kommen musste, Coburg verkürzte, was einen Flitzer auf den Plan rief in Shorts durch das Spielfeld zu rennen, was bei uns reichlich für Heiterkeit sorgte.
Nach der gelb-roten Karte für Rauh und einigen brenzlige Situation vor dem Hofer Tor, gewannen wir das Spiel dennoch, leicht schmeichelhaft mit 2:1. Das Glück hat eben nur ein Tabellenführer.
Abschließend kann ich sagen, dass der Ausflug sehr lustig war. Die ereignislose Heimfahrt führte noch über das „goldene M“ ehe ich gegen 23 Uhr müde ins Bett fiel.

Lissi