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Kaposvari FC - ETO Györ

Holger  2005/04/30

Kaposvari FC – ETO Györ

30.4.05 1 Liga Ungarn
Kaposvari FC – ETO Györ 1:2 (1:1)
Rákóczi-Stadion 2200 Zuschauer (ca. 30 Gäste)

Bilder siehe Tourbericht 1!
Kroatien/Ungarn/Slowenien-Tour: Teil 2

Um eines klarzustellen: Ich bin normalerweise absoluter Gegner von Halbzeithopping, oder überhaupt eher gehen. Aber in diesem Fall blieb uns einfach keine andere Wahl, denn es standen 100 km übler Landstrasse bevor. Zudem nervte uns der kroatische Zöllner am ungarischen Grenzübergang, da er ewig brauchte um die Pässe zu kontrollieren. Wahr-scheinlich war ihm langweilig, da absolut nix los war. Aber egal, wir erreichten dennoch knapp 30 Minuten vor Anpfiff (19 Uhr) die Stadt Kaposvari. Hier war zwar nichts ausgeschildert, aber wir hatten Glück und fragten gleich einen Typen, der englisch sprach und wusste, wo sich der Ground befand. Kurz davor standen 2 berittene Polizisten rum, was hoffen lies, dass etwas mehr Action sein würde, als in Kroatien. Auch der Kasse standen doch einige Leute an. Karten kaufen war etwas schwierig, da die Kassiererin weder deutsch noch englisch sprach. Aber letztendlich hielten wir doch 4 Stehplatztickets für umgerechnet knapp 3 Euro(!) in der Hand. Der Ground gefiel mir gut. Reines Fußballstadion, relativ modern. Geil vor allem das Dach über der Gegentribüne, aber auch die Haupttribüne war sehr ansehnlich.
Auch das Spiel war gut. Die Gäste (im Vorderfeld der Tabelle) machten gleich mächtig Dampf und drängten den abstiegsbedrohten Aufsteiger an den eigenen Strafraum zurück. Logische Folge war das 1:0 nach 12 Minuten. Nach einer halben Stunde dann der völlig überraschende Ausgleich für Kaposvari. Danach testete ich die Fressbude: Die Wurstsemmel war zwar billig (knapp 50 Cent) aber nicht sehr nahrhaft (nur 3 Minischeiben Salami und ne Minigurke).
Nah der Pause passierte erstmal 15 Minuten nichts. Dann übernahm die Heimelf das Kommando, konnte aber ihre Chancen nicht nutzen. Nach einer gelb-roten Karte für Györ rechnete ich, dass in Kürze das 2:1 fallen würde. Doch weit gefehlt, Kaposvari kassierte nach einem lehrbuchmäßigen Konter sogar das 1:2. Das schockte so, dass bis zum Schlusspfiff keine Chance mehr herausgespielt werden konnte. Im Gegenteil, die Gäste hatten sogar noch Pech mit einem Pfostenschuss. Die Stimmung im Stadion war gut. In beiden Fanblöcken war jeweils ein „Einpeitscher“ mit Megaphon, der irgendwas vorgrölte. Dabei hörte sich der im Gästeblock- trotz der relativ geringen Zahl an Gästefans- irgendwie besser an. Alles in allem ein sehr lohnenswerter Spielbesuch.
Inzwischen hatten wir von den in Varazdin verbliebenen 3 Mitfahrern erfahren, dass das mit dem einen Hotel doch klappt. Sehr schön. Auf der Heimfahrt noch mal kurz Panik, da wir kurz vor der Grenze zu Kroatien auf eine Autobahn gefahren waren, ohne eine gültige Vignette zu besitzen. (Ja, die braucht man nicht nur in Österreich...). Zum Glück endete aber wenig später die Autobahn. Puh, das hätte teuer werden können…
Um Mitternacht erreichten wir dann das Hotel (1 Stern) und ich war angenehm überrascht. Sehr sauber und ansehnlich, dazu mit 15 Euro für Übernachtung und Frühstück echt billig. Zudem hatten wir Schwein, das es genau 7 Betten gab. Nun machten sich doch die Strapazen des letzten Tages bemerkbar. Und zwar nicht nur bei Markus, der schon ewig gefahren war und nicht mehr geschlafen hatte. Auch die Alkoholtrinkenden Mitfahrer verzichteten- trotz vorheriger Ankündigung- auf eine Erkundigung des kroatischen Nachtlebens. So sank ich rasch in die Heia und wenige Minuten später auch in das Reich der Träume.
Gute Nacht!