Spielberichte  /  Ausland

Philadelphia Union - LA Galaxy

Holger  2011/06/10

Holgi goes America

USA + Kanada Tour 2011

Besuchte Spiele:

Philadelphia Union – LA Galaxy 1:1 (0:1) Major League Soccer (MLS), 11.05.11
PPL-Park 19178 Zuschauer

SC Toronto – Montreal Impact Academy 2:0 (2:0), Canadian Soccer League, 13.05.11
Lamport Stadium 200 Zuschauer

Toronto FC – Chicago Fire 2:2 (1:0), MLS, 14.05.11
BMO Field 18674 Zuschauer

RedBull New York – Chivas USA 2:3 (2:2), MLS, 15.05.11
RedBull Arena 16365 Zuschauer

Und natürlich mein absolutes persönliches Highlight:
New York Yankees – Kansas City Royals 5:11, Major League BASEBALL, 12.05.11
Yankee Stadium 41790 Zuschauer

Was lange währt wird endlich gut. Immerhin schon seit 5 Jahren trug ich mich mit dem Gedanken dem Land meiner Träume (USA) endlich mal einen Besuch abzustatten. Allerdings fehlte mir alleine bisher irgendwie der letzte Kick, das Ganze auch wirklich in die Tat umzusetzen. Doch in diese Jahr dachte ich mir schließlich: „Jetzt oder nie“. Super natürlich, dass sich zudem noch ein Hopper aus Österreich, nämlich Karl (genannt Carlos), sich bereit erklärte, mich zu begleiten. Als im Februar die Spielpläne rauskamen, zeigte es sich, dass sogar noch ein Abstecher nach Kanada (und damit ein weiterer Länderpunkt) drin war. Zudem konnte ich auch noch mein heiß geliebtes Baseball mit reinpacken. Ohne einen Spielbesuch wäre ich gar nicht rübergeflogen- das war mir mindestens genauso wichtig wie Fußball…
Zum Glück veröffentlichen die Amis in allen großen Sportarten immer gleich den Spielplan für die komplette reguläre Saison(der dann auch wirklich stimmt!), was natürlich die Planung enorm erleichtert. Also nicht viel Zeit verloren und Ende Februar gleich einen Direktflug München- Philadelphia für akzeptable 400 Öcken gebucht. Bis zum Tourstart kaufte ich mir dann auch noch die Tickets für Philadelphia und Toronto online (da Stadien immer sehr gut besucht und man will ja nix riskieren), sowie für mein Baseballspiel, weil es da Tickets für 3 Dollar(!) gab (Ok mit Buchungsgebühr war ich dann zwar trotzdem bei 8, aber wen juckts..).
Leider war die Abflugzeit (Dienstag 10.5, 12:15 Uhr) für mich als Nichtautofahrer etwas ungünstig. Denn das Bayern-Ticket gilt ja Montag – Freitag erst ab 9 Uhr und selbst wenn ich mit dem ersten Zug zu früh schon gefahren wäre, wäre es recht knapp geworden (abgesehen davon, dass ich mehr als das Doppelte des Preises von 21 Euro für ein Bayern Ticket hätte zahlen müssen).=> mir blieb nix anderes übrig, als schon Montag Abend zu starten und mir irgendwo die Nacht um die Ohren zu hauen.
Ich löste mir also ein Bayern Ticket Nacht (gilt von 18- 6 Uhr des folgenden Tages) für 21 Euro und fasste den genialen(?) Plan die Nacht rumzukriegen, indem ich ständig mit der S-Bahn zwischen HBF München und Flughafen hin- und herfuhr. Dieser wurde dann auch so in die Tat umgesetzt. Als die Gültigkeit abgelaufen war (also um 6 Uhr früh) hockte ich mich irgendwo auf einen Stuhl um etwas zu lesen. Um 9 Uhr konnte dann endlich eingecheckt und die Sicherheitskontrollen durchlaufen werden. Die sind ja bekanntlich bei USA Flügen besonders streng. So musste ich 5 mal(!) meinen Reisepass zeigen, ehe ich endlich in den Flieger durfte. Der Flug verlief wenig aufregend, das Essen konnte nicht gerade überzeugen (bis auf den leckeren Kuchen). Aber egal, was will man für 400 Euros schon großartig erwarten. Nach gut 8,5 Stunden betrat ich kurz vor 15 Uhr Ortszeit endlich amerikanischen Boden. Die Passkontrolle war weniger schlimm als erwartet: Fingerabdrücke abgegeben, ein paar sinnlose Fragen beantwortet und gut wars. Mehr Sorgen bereitete mir, wie ich meinen Tourkollegen Carlos finden sollte. Der war nämlich von Wien aus geflogen und sollte etwa 1 Stunde nach mir eintreffen. Dummerweise ist der Philadelphia Airport sehr groß (6 Terminals A-F). Allerdings konnte ich eruieren, dass er in derselben Ankunftshalle eintreffen sollte, wie meine Wenigkeit). So kams dann auch. Zunächst galt es mal, sich Dollars zu besorgen. Kurs an der Wechselstube beschissen, also Bankomat und 100 Dollar gezogen. Die ersten 7 davon mussten für ein Zugticket ins Stadtzentrum investiert werden, wo auch unser Hostel lag.
Der Bahnhof (Market East) war sehr groß und gab gleich mal einen Vorgeschmack auf das, was uns die gesamte Tour erwartete: Ein Fastfoodgeschäft reihte sich an das nächste. Da mein Magen knurrte und ich ja sehr sparsam bin, entschied ich mich für das billigste Angebot. Ein Stück Pizza für 1 Dollar. Beim bezahlen dann Verwunderung: Ich sollte 1,08$ bezahlen. Des Rätsels Lösung: In den USA (und auch in Kanada) wird die Mehrwertsteuer immer erst an der Kasse beim bezahlen dazugerechnet und ist auch nicht ausgeschrieben(auch im Supermarkt). Naja, andere Länder andere Sitten. Bei der Gelegenheit verwickelte der freundliche Pizzaman mich gleich in ein Gespräch über meine Herkunft, etc. Das sollte sich wie ein roter Faden durch die ganze Tour ziehen. Ich erlebte die Amis eigentlich fast durchgehend als freundlich, o ffen und hilfsbereit. Nach der Nahrungsaufnahme war dann noch der Fußmarsch zu unserem Hostel angesagt (ca. 15 Minuten). Dort verliebte ich mich beim Einchecken erstmal in die Rezeptionsuschi, Shawna, welche ich aber leider später nicht mehr zu Gesicht bekam. Für weitere Erregungen fehlte mir aber die körperliche Frische, Flug und die durchgemachte Nacht in München machen sich bemerkbar. Also, nix wie ab in die Heia..
Da Frühstück im Preis nicht enthalten war machten wir uns am Morgen gleich wieder auf den Weg Richtung Bahnhof. Nach einiger Überlegung nahm ich wieder das Billigste, irgendeinen undefinierbaren Burger bei Dunkin’ Donuts für knapp 2$. War aber gut und sättigte. Am frühen Nachmittag drängte mich mein Mitfahrer zum baldigen Aufbruch Richtung Philapelphia Union Stadion, weil er noch sein Ticket bei der Kasse abholen musste (ich hatte es ja schon daheim ausgedruckt, allerdings wollte er unbedingt eine „gescheite“ Eintritts-karte“). Der Ground liegt allerdings in einem Vorort von Philadelphia, nämlich Chester, weshalb wieder Zugfahrt nötig war. Am dortigen Bahnhof sollte eigentlich ab 4 Stunden vor Kick-off (19:30 Uhr Ortszeit) ein kostenloser Shuttle-Bus fahren (wir waren 4 Stunden vorher da), aber nix zu sehen. Nach einigen Nachfragen konnten wir nur nen Linienbus eruieren, der aber 2$ kostete => Skandal. Der Ground lag am Ortsrand im Nirgendwo- halt typischer Ami Kommerztempel. Genaueres werde ich aber nicht schreiben, da Carlos mir inzwischen auch Fotos geschickt hat (danke!). Die Zeit bis zum Anpfiff zog sich ewig hin, immerhin gab es Minzeis und Muffins umsonst, ein Lichtblick im sonst nach gerade überaus billigen Amerika (Ok, McD mal ausgenommen). Spiel war fast ausverkauft und auch die Stimmung besser als erwartet. Beim Gast (LA Galaxy) glänzte Superstar (?) Beckham durch Abwesenheit, dafür spielte immerhin Landon Donovan mit, der ja zuletzt ein kurzes Bundesliga Gastspiel beim verhassten FC BÄH unter Ex- Trainer Grinsmann gab. Dieser erzielte auch prompt die Gästeführung. In der zweiten Halbzeit war Philadelphia aber besser und als kurz vor Schluß der verdiente Ausgleich fiel, sonnte sogar leichter Rauch beobachtet werden- unglaublich?
Wenigstens fuhren nach dem Spiel der angekündigten Shuttlebusse wieder zurück (umsonst!). Nach der Zugfahrt nach Philadelphia kamen wir doch relativ spät wieder am Hostel an, so dass ich sogar auf NBA-Playoff gucken verzichtete, und Augenpflege bevorzugte…
Am nächste Tag hieß es früh aufstehen, denn um 9 Uhr fuhr unser Greyhound Bus nach New York. Dort angekommen(11 Uhr) herrschte erstmal Uneinigkeit ums Kulturprogramm, weshalb sich unsere Wege zunächst trennten. Ich wollte das sehr kurz halten und früh am Baseballstadion der Yankees sein, mein Mitfahrer genau umgekehrt. Zudem nervte mich, das es seit diesem Jahr keine U-Bahn Tageskarte mehr für NY gibt, sondern nur noch ne Wochenkarte, oder Einzelfahrten. Also beschränkte ich mich auf das, was zu Fuß erreichbar war (Empire State Building, Madison Square Garden, und als Zugfan der größte Bahnhof der Welt –nach Gleiszahl-, der Grand Central mit seiner eindrucksvollen Eingangshalle).
Danach suchte ich noch die Jugendherberge auf, in der wir Sonntag übernachten wollten, weil ich Angst hatte mit meinem Rucksack nicht ins Yankee-Stadium zu dürfen. Wir hatten übrigens gerade Donnerstag und keine Übernachtung gebucht, weil wir nach dem Baseball gleich mit Greyhound Bus nach Toronto fahren wollten. In der Herberge gab es Schließfächer für 4 Dollar, allerdings hätte ich wohl das Ding doch ins Stadion mitnehmen dürfen => Geldverschwendung?
Dann fuhr ich mit der U-Bahn für 2,50$ zum Yankee Stadium, welches im Stadtteil Bronx liegt, welches eher als „Assiviertel“ gilt, in den letzten Jahren aber viel von seinem Schrecken verloren hat. Im Supermarkt noch schnell verköstigt, um dem schweineteueren US-Stadionfutter zu entgehen und schon konnte es pünktlich zur Stadionöffnung (2 Stunden vor Spielbeginn) um 17 Uhr in mein persönliches Theater der Träume gehen. Dort erstmal die Batting-Practice beobachtet und die Atmosphäre genossen, ehe ich eine Überraschung erlebte:
Mein Mitfahrer erschien doch zum Spiel, obwohl er angekündigt hatte Kultur vorzuziehen. Eintrittskarte kostete übrigens 8$ und wurde von mir von vorher per Internet gebucht, um die günstigste Kategorie zu ergattern. Allerdings konnte er weder dem Spiel, noch meinen Regelerklärungen was abgewinnen, weshalb er das Spiel schon im zweiten von 9 Innnings wieder verließ(ist etwa so, wenn man beim Fußball nach 10 Minuten wieder geht) => Kulturbanause!:-) Ich blieb natürlich trotz eisigem Wind(ich saß ganz oben im 4 „Stock“ und Yankees Niederlage bis zum Spielende um 22.30 Uhr. Danach hieß es ganz schnell zur U-Bahn, Rucksack holen und zum Busbahnhof, denn um 0.30 Uhr fuhr der Bus nach Kanada.
45 Minuten vorher erreichte ich ihn auch, und fand schließlich meinen ungeduldig wartenden Mitfahrer. Nach ein paar kleinen Problemen, das richtige Gate zu finden, setzte sich der schließlich mit leichter Verspätung in Bewegung. Canada, I come….
Nach einer unspektakulären Nachtfahrt (konnte sogar einigermaßen schlafen), erreichen wir am Freitagmorgen die amerkánisch-kanadische Grenze bei Buffalo. Dort hieß es erstmal Gepäck aussteigen, Gepäck raus und einzeln im Kontrollhaus Pässe vorzeigen. Die kanadische Grenzbeamtin war zwar sehr neugierig (stellte massig Fragen, z.B. wie wir uns kennenlernten, usw.), aber auch sehr freundlich.
Dann eine kleine Enttäuschung für mich: Im Haltestellenfahrplan, stand als Unterwegshalt „Niagara Falls“. Ich freute mich also schon auf die weltberühmten Wasserfälle, die ja kurz hinter Buffalo auf kanadischer Seite liegen. Doch weit gefehlt, es gibt auch eine Stadt, die so heißt, und dort stoppte der Bus. Von den Wasserfällen dagegen nix zu sehen => Schade.
Dann kurz Verwirrung: In dieser Stadt stiegen 2 Deutsche ein, doch nicht etwa Hopper..?!
Wir lauschten angestrengt ihrer Unterhaltung (sie saßen ein paar Reihen weiter hinten), aber es handelte sich doch wohl nur um „normale“ Touristen.
Gegen Mittag erreichten wir dann die kanadische Metropole. Nach der üblichen Nahrungsaufnahme bei McD wurde unser Hostel angesteuert, welches zu Fuß in etwa 15 Minuten vom Busbahnhof erreicht werden konnte. Sehr positiv: Internet frei. Dort hatten wir ein 6 Bett Zimmer, welches auch voll belegt war( allerdings war bei unserer Ankunft gerade niemand da). Deshalb konnte in Ruhe Körperpflege betrieben, und noch etwas ausgeruht werden. Die Ruhe wurde erst unterbrochen, als einer unserer Zimmergenossen eintraf und mir gleich seine halbe Lebensgeschichte draufdrückte. Sehr interessant…
Als der Abend hereinbrach, machte man sich zu Fuß auf in das nicht allzu weit entfernte Lamport-Stadium, wo das Spiel der Canadian Soccer League(CSL) zwischen SC Toronto und der Nachwuchsmannschaft von Montreal Impact stattfinden sollte (zur Erklärung: die CSL ist zwar die höchste Liga, allerdings spielen die Topteams aus Canada im USA-Ligensystem- 2 in der Major League Soccer und 2 in der 2.USA Liga).
Aufgrund des geringen Stellenwertes des Fußballs in Kanada rechnete man nicht mit allzu vielen Zuschauern, was auch eintraf(maximal 200). Dafür waren 10 kanadische Dollar Eintritt recht unverschämt, wie ich fand. Geil fand ich die Gegengerade des Stadions mit lauter zerstörten Sitzschalen- wie nach einem Einfall polnischer Hooligans?. In der zweiten Halbzeit zog man sich zeitweise in den Innenteil des Stadiums zurück, weil es zu regnen begann. Verpflegungsverkauf Fehlanzeige, nur ein paar Getränkeautomaten standen da.
Gleich nach Spielende (es regnete zum Glück nimmer), lief man zurück zum Hostel und nach kurzem Blick ins Internet wurde Augenpflege betrieben- die lange Busfahrt machte sich doch bemerkbar…
Der nächste Morgen startete mit einem typisch nordamerikaschen Frühstück im Hostel, nämlich Pfannkuchen (Pancakes) und der Erkenntnis, dass auch einige Deutsche zu Gast waren. Jedoch waren das keine Hopper, sondern irgendwelche Touris, die irgendein Fest besuchen wollten. Zu unserer Überraschung waren aber auch einige Fußballfans aus Chicago da, die –wie wir- abends das MLS Spiel gucken wollte. Nach dem Frühstück stand Kultur auf dem Programm, u.a. das Baseball + Eishockeystadion, sowie der 553 hohe Canada-Tower. Allerdings sollte eine Fahrt ganz rauf über 30 Dollar kosten => No way. Unser Kulturdrang wurde leider schnell vom einsetzenden Regen gestoppt, der Mittag begann und einfach nimmer aufhören wollte. Deshalb hockten wir uns noch ewig ins McD. Danach ging ich einfach noch mal ins Hostel (wo wir ja schon ausgecheckt hatten) vor den PC, störte aber niemanden. Ich war sehr neugierig, wie das Derby Hof- Bayreuth ausgegangen war. Das Ergebnis erfreute mich natürlich sehr. Da lies es sich auch verschmerzen, dass wir im Regen zum Fußballstadion laufen mussten und beim Eintreffen relativ nass waren. Zum Glück hörte es dann erstmal auf (Stadion nicht überdacht!).Das Stadion auch wieder eher ein Kommerztempel, aber das einzige Mal während der kompletten Tour mit gut besetztem Gästeblock. In einem durchschnittlichen Spiel führte die Heimmannschaft zur Halbzeit mit 1:0 und erhöhte kurz danach nach schlimmem Torwartfehler auf 2:0. Danach begann es leider wieder zu regnen, was uns veranlasste und vor einem Fressstand zu stellen und das Spiel vom Monitor weiterzugucken. Dabei schafften die Gäste noch den 2:2 Ausgleich. Gut 5 Minuten vor Schluss verließen wie das Stadion, und begaben uns zur Straßenbahnhaltestelle. Wir waren etwas in Zeitnot geraten, weil das Spiel durch das übliche Vorgeplänkel (Nationalhymmnen) 15 Minuten später angepfiffen wurde, und unser Greyhound-Bus zurück nach New York ja noch am selben Abend fuhr (23 Uhr). Also noch die letzten 3 kanadischen Dollar für einen Fahrschein investiert, mit der Straßenbahn in die Stadtmitte gefahren, dann Umstieg in die U-Bahn, und schon war der Busbahnhof erreicht. Die anschießende Busfahrt verlief ereignislos. Meine Panik vor der kanadisch-amerikanischen Grenze erwies sich als unbegründet. Die US-Grenzbeamtin war sehr freundlich und bemängelte lediglich den schlechten Zustand meines Reisepasses (fällt bald auseinander).Egal, was solls.
Sonntagmittag trafen wir wieder in New York ein. Dort wollten wir gleich in unserem Hostel einchecken (das, wo ich schon Donnerstag meinen Rucksack gelagert hatte). Allerdings meinte die Rezeptionsuschi, dass das erst ab 15 Uhr möglich sei. Also wieder raus und noch etwas Kultur gemacht, wobei meine Lust dazu sich aufgrund des Aprilwetters (mal Sonne, mal Regen) doch stark in Grenzen hielt. Nach 15 Uhr wieder zurück zur Herberge und die übliche Körperpflege betrieben. Immerhin hatte wir diesmal ein Zweibettzimmer nur für uns, wobei die Übernachtung aber auch nicht wesentlich teurer war als in den Hostels in Philadelphia + Toronto (jeweils um die 20 Euro etwa).
Danach fuhren wir mit der U-Bahn bis zum World Trade Center (bzw. den Resten davon) und von da weiter mit dem Zug nach New Jersey, wo ja seit gut einem Jahr die RedBull Kommerzarena steht. (vorher spielte RB Bull im riesigen Giants-Stadium, wo normal American Football gespielt wird). Dort erstmal Tickets gekauft (25 Dollar) und rein in das Ding. Da ich noch etliche Dollars über hatte, lies ich mich um ersten und einzigen Mal dazu hinreißen die völlig überteuerte US-Stadionverpflegung zu testen. Am billigsten war ein Hot-Dog für 4 Dollar. Der schmeckte zwar gut, war aber eher Marke Supersparpackung. Beim Singen der Nationalhymmne dann ein Schock: Flutlichtausfall! Kein Wunder bei dem Gekrächze der Sängerin. Auf jeden Fall gingen die Mannschaften nach kurzer Wartezeit wieder in die Kabinen zurück. Als nach 15 Minuten immer noch nix brannte, schob ich langsam Panik. Bitte kein Spielausfall! Aber zum Glück: Nach 30 Minuten brannten wieder alle Lämpchen und nach knapp 45 Minuten konnte es endlich losgehen.
Im Spiel konzentrierte ich mich vor allem auf den frühren Weltstar Thierry Henry, der ja in New York seine üppige Fußballrente abholt. Dieser brachte aber bis auf das schöne Tor zum 1:1 nicht wirklich was zustande. Spiel insgesamt war aber sehr spannend und abwechslungs-reich und am Ende gewannen die Gäste des mexikanischstämmigen Vereins aus Los Angeles nicht unverdient mit 3:2.
Danach gings zurück zum Hostel und ab ins Bett. Am nächsten Morgen hatten wir das Problem, dass es Frühstück erst ab 8 Uhr gab, unser Bus nach Philadelphia aber schon um 9 Uhr fuhr (Fußweg Hostel-Busstation gut 20 Minuten, mit U-Bahn etwas schneller).
Ich löste das Problem, indem ich mich am Abend vorher bei McD noch so vollfraß, dass ich am nächsten Morgen keinen Hunger hatte. Also machte ich mich entspannt vor 8 Uhr zu Fuß auf den Weg. Mein Mitfahrer wollte das Frühstück testen, doch als um 8 Uhr der Frühstücksaal noch nicht auf war, bekam er auch die Panik und verzichtete darauf.
Kurz vor 11 erreichten wir den Stadtrand von Philadelphia. Dort sah ich einen ALDI!
Mist, ich wäre zu gerne ausgestiegen und hätte eruiert, ob die Preise da auch so teuer sind wie ich den anderen US-Supermärkten. Leider aber kein Stopp da. In der Stadtmitte stärkte ich mich natürlich wieder im Pizzaladen im Market- East Laden, wo ich schon ganz am Anfang der Tour über die Mehrwertsteuer aufgeklärt wurde. Der Typ erkannte mich auch sofort wieder, war aber diesmal zu gestresst für einen Small Talk. Nachmittags fuhren wir mit dem Zug zurück zum Airport, wo wir etwa zur selben Zeit unseren Rückflug hatten (ich um 18.30 Uhr). Das Boarding verzögerte sich jedoch, da die Crew noch nicht fertig war(!). Nachdem aus diesem Grund einige andere Flugzeuge vorgelassen werden mussten, war es schon nach 20 Uhr Ortszeit ehe der Flieger endlich gen Heimat abhob. Zum Glück konnten aber etwas Verspätung unterwegs aufgeholt werden, so dass ich kurz vor 9.30 Uhr am Dienstagmorgen wieder deutschen Boden betrat (planmäßige Ankunft 8:50). Danach fuhr ich mit dem Bus nach Freising, wo ich mir im Bahnhof-Yormas erstmal ne Bratwurst kaufte. Die schmeckte nach den ganzen Burger + Pizza Überfressungen der letzten Tage natürlich extragut.
Danach ging es mit dem ALEX direkt bis nach und nach kurzer Wartezeit weiter in meine Heimatstadt Münchberg, wo ich am frühen Nachmittag müde aber zufrieden auf mein Sofa fiel.

Fazit: Zwar kochen die Amis auch nur mit Wasser, aber es war eine hochinteressante Erfahrung, die ich keine Sekunde bereue.