Spielberichte  /  Ausland

Galatasary Istanbul - Denizlispor

Holger  2008/03/23

Galatasary Istanbul – Denizlispor

23.3.08 Turkcell Süper Lig (1. Türkische Liga)
Galatasary Istanbul – Denizlispor 2:1 (1:1)
Ali Sami Yen Stadyumu ca. 18000 Zuschauer (20 Gäste)

Teil 2:
Der nächste Tag begann so um 9 Uhr mit dem Frühstück. Dieses war durchaus zufriedenstellend, nur mein Mitfahrer war unzufrieden, daß es zu wenig Eier gab. Danach noch etwas abgechillt, bevor etwa um 11 Uhr ausgecheckt wurde. Denn unser Rückflug ging bereits die folgende Nacht um 3.30 Uhr, so dass nur 1 Hotelübernachtung nötig war. Mittag sollte ein unterklassiges Spiel besucht werden. Dabei war zunächst der Zweitligist Istanbulspor im Visier. Doch ich eruierte, daß dieser nicht ( wie im Informer steht) im 16000 Zuschauer fassenden Zeytinburnu Stadion spielt, sondern in einem kleinen (4000 Mann) Stadion, welches doch ziemlich abschiebungs-verdächtig war. Aber zum Glück ist die türkische Verbandsseite sehr brauchbar, und man konnte problemlos herauskriegen, daß der Verein, der wirklich im Zeytinburnu Stadion spielt (nämlich Zeytinburnuspor- welch Überraschung, haha), auch ein Heimspiel hat (um 13.30 Uhr, 3. Liga).
Da zudem auf europlan-online.de auch noch eine Anfahrtsbeschreibung vorhanden war, war die Entscheidung nicht mehr wirklich schwer.
Langer Rede kurzer Sinn: Wir fuhren also zum Sirceki- Hauptbahnhof um unser Gepäck zu verstauen. Dieser lag zum Glück gleich in Hotelnähe, war für eine so große Stadt wie Istanbul voll mini (so wie Hof HBF etwa). Danach wurde der Vorortzug zum Stadion Zeytinburnu genommen, der bei uns wohl nicht mal als 3. Klasse durchgegangen wäre...
Unterwegs Verwunderung: Es waren Massen von Leuten und Polizei unterwegs, sogar Polizeihubschrauber! Das konnte doch nicht wegen dieses popligen Drittliga-Kicks sein?! Wars auch nicht, da sich schnell herausstellte, daß direkt neben dem Stadion eine Großveranstaltung stattfand (mit bestimmt 100000 Leuten!). Worum es ging, konnte aber leider nicht festgestellt werden..
Da wir zu früh dran waren, lungerten wir noch etwas vor dem Stadion herum und trafen prompt auf 2 deutsche Hopper. Tja, als Fußballreisender im Ausland gilt eben immer mehr: “You’ll never walk alone!“ Zum Glück waren diese aber symphatischer Natur und so ergaben sich schnell umfasse Gespräche über unseren Lieblingssport. Auch bzgl. des Galaratasary- Spiels hatten sie einen guten Tipp parat: Es sollte in der Metro Station des Taksim-Platzes einen Ticketschalter geben, wo Eintrittskarten problemlos zu erwerben seien. Im Spiel gegen Gebzespor (glaub ich zumindest), war mehr los als erwartet. Es waren einige Gästefans anwesend und die Heimanhänger hatten sogar ne kleine Schilderchoreo zu bieten => Respekt.
Das Stadion war zwar etwas marode (fehlende Sitzschalen) aber trotzdem irgendwie geil.
Kurz vor Spielende ging es –in Begleitung unserer neuen Bekannten und unzähliger Menschen von dieser erwähnten Veranstaltung- wieder zum Bahnhof und dann zu diesem Schalter.
Dort löste sich meine Angst, das Galatasaray- Spiel könnte ausverkauft sein recht schnell in Luft auf. Es gab noch genügend Tickets. Und auch zu Spielbeginn war der Ground zwar gut gefüllt, aber bei weitem nicht total voll. Vor dem Spiel wurde noch zum wiederholten Male ein Döner eingenommen. Dieser schmeckt aber irgend nicht so gut, wie in good old Germany. Zudem ist er in Istanbul nicht im Fladenbrot, sondern nur im Baguette-Brot oder als Pita erhältlich. Aber das nur am Rande..
Im Spiel war die Stimmung der Heimfans zwar gut, aber nicht überragend. Viele trugen das Trikots des Ex- Schalkers Lincoln. Der spielte allerdings gar nicht mit. Im Spiel war die Heimelf überlegen, mußte aber nach etwa´20 Minuten das 0:1 hinnehmen. Nach dem 1:1 plätscherte das Spiel lange vor sich hin, ehe Galatasaray kurz vor Schluß doch noch zum umjubelten Siegtreffer kam. Für uns war nach Abpfiff erstmal Gepäckabholung ab Hauptbahnhof angesagt. Anschließend wurden in einem McD. am Taksim-Platz die letzten türkischen Lira verfressen, bevor es gegen Mitternacht wieder per Bus zum Sabiha Flughafen ging. Am Ostermontag um 5.30 Uhr betraten wir wieder deutschen Boden und im Laufe des Vormittags war ich dann zurück im tief verschneiten Münchberg.
Fazit: Insgesamt fußballtechnisch gelungene Tour, die Türken zeigten sich ausnahmslos als sehr gastfreundlich und sprachen auch zum Großteil brauchbar englisch => Lob!