Spielberichte  /  Ausland

FK Riga - FC Skonto Riga

Holger  2006/08/01

FK Riga – FC Skonto Riga

01.08.06 Virsliga (1. Liga Lettland)
FK Riga - FC Skonto Riga 1:2 (1:1)
Latvijas Universitates Stadiona
350 Zuschauer

Nun war es mal wieder soweit. Die große Sommertour stand an. Unnötig zu erwähnen, daß eine Tour mit über 1 Woche Dauer, 3 neuen Ländern und letztendlich 8 Spielen umfangreiche Eruierungsarbeiten erfordert. Da ich aber momentan irgendwie nicht in Schreiblaune bin, will ich darauf verzichten, Euch mit Details zu quälen. Ich möchte mich nur bei 2 Personen herzlich bedanken: erstens bei Herrn Akersbergs vom lettischen Fußballverband. Bei ihm kriegt man auch auf die sinnlosesten E-Mailfragen sofort kompetente Antwort. Und zum zweiten bei Hopperkollege Thorsten aus Schwaben für die Vermittlung der russischen Visastelle.
Die Tour begann am 1.8 kurz nach Mitternacht, als mich Mitfahrer Markus (Hof/Saale) in Münchberg abholte. Gemeinsam ging es nach Berlin zum Flughafen Tegel, wo um 8 Uhr der Flug mit Baltic Air gen Riga starten sollte. Zum Glück hatte ich am Vortag noch rausgefunden, daß es dort ein spezielles Angebot gab: Man kann sein Auto relativ kostengünstig in Nähe des Flughafens bewacht abstellen und wird dann noch mit einem Shuttlebus bis direkt vors Flughafengebäude gefahren. Der anschließende Flug verlief reibungslos und so standen wir um halb 11 Uhr Ortszeit in der lettischen Hauptstadt. Dort wurde erstmal mit dem Bus in die Stadt gefahren, um ein Hotel für die erste Nacht zu suchen. Markus war ja schon einmal in Riga, und meinte, daß es ein günstiges (Doppelzimmer etwa 10 Euro) im Stadtzentrum gibt. Doch leider war der Preis inzwischen auf etwa 90 Euros (!!!) angestiegen. Zu viel für uns. Aber es lagen an der Bushaltestelle am Flughafen Werbeprospekte einer Jugendherberge rum. Also gleich mal da angerufen und tatsächlich: Es war noch ein Zimmer für 2 Personen frei. Dummerweise fiel das Finden dieser-trotz Wegbeschreibung- sehr schwer. Denn sie lag ewig versteckt in einer nicht gerade vertrauenserweckenden Gegend. Aber letztendlich gelang es doch noch sie zu finden. Das Zimmer war zwar nicht gerade Luxusklasse(um es vorsichtig auszudrücken). Aber besser als nix.
Zumindest konnte man sich des Gepäcks entledigen und wieder zurück in die Stadt fahren. Dort ging es zum Bahnhof, wo ich versuchte Zugtickets für die Strecke Riga – Moskau zu ergattern. Zur Erklärung: Wir hatten ursprünglich Plätze für diese Route in einem Europabus von Ecolines für Donnerstag, 3.8 (also 2 Tage später) gebucht. Doch leider wurde das Spiel ZSKA Moskau – Wladivostok kurzfristig von 4.8 auf 3.8 vorverlegt, so daß wir es dann nicht sehen würden. Und dies nervte gewaltig! Bus umbuchen versuchte ich noch in Germany- vergeblich. Und auch der Zug war leider schon voll- Mist! Frustriert trotteten wir gen FK Riga Stadion. Dort war eine Stunde vor Anpfiff( 18 Uhr) noch Null los. Das überraschte aber nicht, da in Lettland der Fußball nicht annährend den Stellenwert wie bei uns hat. Bester Beweis: Selbst bei diesem Derby verloren sich gerade mal 350 Zuschauer (offiziell 550) im veralteten FK Stadion. Zudem kostete es nichtmal Eintritt und Tickets gab auch nicht => SKANDAL!
Überraschenderweise trafen wir noch 2 weitere Hopper aus Deutschland. Diese erzählten uns, daß um 20.15 Uhr im nahen Daugavas Stadion noch ein U19 Länderspiel Lettland – Russland stattfindet. Cool, denn Doppler rulen! Beim Spiel machte sich die durchgemachte Nacht bemerkbar-ich mußte mich bemühen nicht einzuschlafen. Was ich mitkriegte war, daß Skonto sich überraschend schwertat (FK Riga ist Vorletzter) aber letztlich verdient mit 2:1 gewann und daß sich immerhin ca. 10 Skonto Fans als einigermaßen supportwillig erwiesen.
Danach ging es zu Fuß zum Daugavas Stadion, wo der Zweitligist Olimps Riga die Heimspiele austrägt. Der Ground bestach durch seine mächtigen Flutlichtmasten und hatte zum Glück eine überdachte Haupttribüne – es hatte nämlich begonnen stark zu regnen. Auch hier kein Eintritt und kein Ticket. Das Spiel endete vor etwa 200 Zuschauern 1:1. Danach fuhren wir zurück in die Herberge und nach einer Dusche legte man sich ab und schlief auch bald ein.
Am nächsten Tag fuhren wir wieder in die Stadt, wo ich eher zufällig das Büro von Ecolines sah. Mir kam eine Idee: Vielleicht war ja inzwischen doch noch ein Platz im heutigen Bus frei geworden?! Und tatsächlich wir konnte wirklich schon heute fahren: Es gab nämlich noch einen zusätzlichen Bus, der im Internet nicht aufgeführt war und kostenfrei umbuchen ging auch! Juhuuu, ZSKA Moskau war gerettet!
Bereits 3 Stunden später ging es los Richtung russische Hauptstadt. Erste Ratlosigkeit im Bus stellte sich ein, als wir irgendeinen Zettel (Registrierung) auf Kyrillisch (!) ausfüllen sollten. Doch zum Glück sprach die „Busschaffnerin“ etwas Englisch und erledigte diese Aufgabe für uns. Am späten Abend erreichten wir dann die Grenze. Dort mußten erstmal alle Fahrgäste austeigen, das Gepäck aus dem Bus nehmen und in eine Art Abfertigungshalle gehen. Hier wurde das Gepäck durchleuchtet!!(Nochmal zur Erinnerung: Wir fuhren mit dem Bus-nicht mit Flugzeug). Zum Glück hatte die russische Grenzbeamtin nichts an unseren Pässen, bzw. Visas auszusetzen so daß erleichtert weitergefahren werden konnte. Am nächsten Tag waren wir um kurz nach 6 Uhr früh (2 Stunden früher als geplant) in Moskau.