Spielberichte  /  Ausland

PFK Liteks Lovech - PFK Botev Plovdiv

Holger  2006/04/30

PFK Liteks Lovech – PFK Botev Plovdiv

30.04.06 A Profesionalna Fotbolna Grupa (1. Liga Bulgarien)
PFK Liteks Lovech – PFK Botev Plovdiv 2:0 (0:0)
Gradski Stadion 2000 Zuschauer ( 150 Gäste )

Nach eher mäßiger Nachtruhe sollte das Frühstück inspiziert werden. Das war jedoch eher mäßig- störend vor allem, daß es kein Büffet gab, sondern man abgezählte Portionen erhielt. Hof/Saale war davon sogar derart genervt, daß er sein Essen an Carlos abtrat.
Danach wurde ausgecheckt und zum Spiel Rapid II – Dinamo II (Anstoß 11 Uhr) aufgebrochen. Da natürlich niemand Dunst hatte, wo der Ground sein sollte, fuhren wir
nochmal zum Fanshop von Dinamo. Zum Glück hatten wir ja gestern eine Sportzeitung , denn das Spiel war nicht auf dem Platz, der im Informer steht. Die Leute am Fanshop meinten, das Spiel sei schon in der Nähe des Rapid Stadions. Dort hatte immerhin so eine Art Geschäftsstelle geöffnet, denn am Abend war ja das große Derby Steaua – Rapid im rumänischen Nationalstadion. Skandalöserweise hatten aber nicht mal die Leute hier Ahnung ,wo „unser“ Spiel der beiden zweiten Mannschaften sei. Sie konnten es vielmehr nicht fassen, daß wir keine Tickets für das Topspiel wollten, sondern so einen Rotz schauen wollten. Immerhin sprach einer mit irgendwelchen Taxifahrern, da das Spiel Rapid II – Dinamo II wohl doch nicht Nähe Rapid Stadion war, ob er uns hinbringen könne.
Doch Markus war von dem ganzen Hick-Hack inzwischen so genervt, daß er das Spiel sausen lassen und gleich Richtung Bulgarien fahren wollte. Da das ja – wie gesagt- in einem Ground war, der nichtmal im Informer steht, stimmten wir schließlich zu. War eine gute Entscheidung, wie sich im Nachhinein rausstellen sollte.
Also fuhren wir die gut 80km bis in die rumänische Grenzstadt. Dort war es jedoch schon schwierig überhaupt den Übergang zu finden- alles voll verwirrend. Als wir so rumsuchten, stoppte uns ein dubios aussehender Typ und bot an uns für 50 Euro(!) schwarz über die Grenze zu bringen, da es Riesen- Wartezeiten geben soll. Wir lehnten das Angebot- logischerweise- ab. Doch in einem hatte der Herr recht, die Wartezeiten waren echt enorm. Nix ging weiter! Zudem wurde man gnadenlos abgezockt. Trotz rumänischer Vignette wurde beim Verlassen des Landes nochmal eine sogenannte „Road Tax“ von 15 Euro pro Auto fällig. Dann mußte man im bulgarischen Teil 2 Euro zahlen, daß man durch einen Wassergraben fahren durfte, in dem das Auto angeblich gegen Maul- und Klauenseuche desinfiziert wird. Ich gehe jede Wette ein, daß da stinknormales Wasser drin war...
Zudem war auch – wie schon in Österreich, Ungarn und Rumänien- für Bulgarien eine Straßenvignette fällig ( 5 Euro, glaub ich). Immerhin waren die Straßen in Bulgarien überraschenderweise besser – und vor allem nicht so kurvig- wie in Rumänien. Deshalb wurden die knapp 150km bis in die Kleinstadt Lovech relativ schnell zurückgelegt. Hilfreich auch, daß im Informer die Orts- und Stadionnamen auch auf kyrillisch stehen, denn nicht alle Wegweiser in Bulgaria sind auch in unserer gewohnten Schrift ....
Nach einmal fragen war der Ground relativ schnell gefunden. Es zeigte sich, daß der Parkplatz polizeibewacht war. Sehr schön. Da das Nest absolut nix hergab, wurden, obwohl es noch 2 Stunden bis zum Anstoß (19 Uhr) waren, Tickets für nicht einmal 1 Euro erstanden. Im Inneren angekommen wurde erstmal der Hunger mit undefinierbaren Fleisch im Fladenbrot gestillt und dann in der Stadionkneipe abgehangen. Der Ground (Allseater) war relativ klein (7000 Fassungsvermögen) aber sehr schmucke, wie ich fand.
Das Spiel war eher mäßig. In der ersten Halbzeit passierte so gut wie nichts. In der zweiten Halbzeit steigerte sich zumindest die Heimelf deutlich und gewann deshalb verdient mit 2:0. Beim Support waren die gut 150 Fans aus Plovdiv deutlich überlegen, und das trotz der bescheidenen Leistung ihres Teams- Kompliment.
Nach dem Spiel wurden wir am Parkplatz massig von einem Zigeunerjungen belästigt und angebettelt- der wollte sogar mit ins Auto rein! Doch zum Glück reagierte Markus schnell und holte einen Cop zu Hilfe. Der löste das Problem, indem er dem Jungen mit dem Schlagstock ein paar über die Rübe zog. So konnten wir in Ruhe wieder zurück zur rumänischen Grenze fahren. Ärgerlich dabei, daß unser Mietwagen nicht für Serbien zugelassen war, denn so wäre die Rückreise deutlich kürzer gewesen. Naja, nicht zu ändern. An der Grenze wieder unverschämte Abzocke. Erst mußten 6 Euro gelöhnt werden, daß man über die Donaubrücke fahren durfte, die beide Staaten trennt. Dann jedoch die absolute Krönung: Fast 15 Euro nur für das Fahren über ein Handtuch (wegen dieser Maul-und Klauenseuche)!!!! Frechheit, da fällt einem echt nix mehr ein! Zum Glück waren wir ja zu fünft- nicht auszudenken, wenn jemand allein diesen ganzen Mist zahlen muß!
Etwas mißmutig traten wir also die lange, lange Heimreise an. Markus und Töpener fuhren dabei die ganze Nacht durch, denn wir wollten am 1. Mai noch das Landesliga Mitte Spiel Deggendorf – Schalding- Heining schauen(15 Uhr). Doch die Zeit wurde knapp. Zudem nervte uns unser österreichischer Mitfahrer zu ersten und einzigen Male, da er nicht mehr wußte, wo in Wien er sein Auto hingestellt hatte, als wir ihn dort absetzten. Irgendwann kehrte aber zum Glück seine Erinnerung zurück. Auch bezüglich des Deggendorf-Spiels gab es ein Happy End. Wir trafen kurz vor der Halbzeit dort ein. Also konnte ich ein weiteres Kreuz setzen. Sehr gut! Zu Ground und Spiel gibt’s nicht viel zu sagen. Es gibt zwar immerhin eine Tribüne, welche aber meiner Meinung nach eher schmucklos ist. Nach kurzer Zeit kamen wir ins Gespräch mit 2 sympathischen Einheimischen, die uns als Hopper „enttarnten“. Wohl deshalb, weil wir alle möglichen Leute ansprachen, ob wir denn deren Eintrittskarte haben könnten. So verging die Zeit sehr fix. Nach dem Spiel wollte ich noch ins 25km entfernte Hankofen, wo um 17 Uhr ein weiteres LL-Mitte Spiel angesetzt war. Doch leider hatte Markus versprochen, den Mietwagen nicht zu spät zurückzubringen, so daß nur noch ein kurzer Besuch auf dem Deggendorfer Volksfest zwecks Nahrungsaufnahme drin war.
Dann fuhren wir zurück nach Hof und brachten das Mietauto zurück, ehe mich Andi noch gar heimbrachte, da er ja Abends sowieso noch nach Würzburg fahren mußte. Um 21 Uhr war ich endlich wieder in Münchberg, wo sich alsbald der Schlafmangel der vergangenen Tage deutlich bemerkbar machte..