Spielberichte  /  Ausland

Apollon Limassol - Omonia Nikosia

Holger  2006/04/15

Apollon Limassol – Omonia Nikosia

15.04.06 1. Liga Zypern
Apollon Limassol – Omonia Nikosia 0:0
Tsirion Athlitiko Kentro 13000 Zuschauer (ca. 4500 Gäste)


Die Ostertour 2006 war etwas ganz Besonderes für mich, sollte doch die erste Flugreise meines Lebens über die Bühne gebracht werden. OK, ich gebe ja zu: Ich hab voll Muffensausen davor, weshalb ich bisher auch irgendwelche Hoppingtouren per Flieger konsequent abgelehnt habe. Aber einmal ist bekanntlich immer das erste Mal...
Immerhin hatte ich Glück bei der Internetbuchung der Reise. Da war der Preis nämlich gerade auf dem Tiefstand (199 €). Kollege Hof/Saale, der noch früher über ein Reisebüro gebucht hatte, mußte fast 100 Euros mehr blechen. Dann brauchte ich nur noch im Netz das billigste Hotel eruieren und buchen- und schon waren die Reisevorbereitungen abgeschlossen.
Moment, nicht ganz: Es galt noch die genauen Ansetzungen der 1 + 2. Liga Zyperns zu ermitteln, was leider sehr schwer war. Doch über die europlan Seite kam ich auf eine inoffzielle Fußballseite in Englisch (sehr wichtig, da die Landessprache Griechisch leider absolut nicht entschlüsselbar ist- ähnlich dem kyrillischen). Ich nahm also mit dem Betreiber dieser Seite Kontakt auf, und tatsächlich: Am Morgen der Abreise (Gründonnerstag, 13. April) mailte er mir die genauen Ansetzungen. Doch leider lagen diese ungünstig, so daß irgendwelche Doppler nicht möglich waren. Zudem schrieb er, daß das Topspiel Apollon Limassol – Omonia Nikosia ausverkauft sei- Mist!
Deshalb stieg ich leicht genervt um 11 Uhr in den Zug nach Würzburg, wo mich Hof/Saale Markus bereits erwartete. Gut 5 Stunden später erreichten wir den Airport Frankfurt. Unser Flug sollte um 21 Uhr starten- massig Zeit also noch. Doch zum Glück ist dieser Flughafen ja ewig groß, um diese auch halbwegs brauchbar rumzukriegen. Gegen 18 Uhr trafen dann auch unsere 2 Mitfahrer ein: Thomas aus Giessen und Andreas aus Köln, 2 Hopper, die Markus schon von früher kannte. Es gab viel zu erzählen, und so verging die weitere Zeit recht fix. Und dann kam der große Moment: Ich saß in einem Flugzeug. Doch erstmal ging es nicht los. Begründung war ein verirrtes Flugzeug, daß erst landen mußte (seltsam!). Auf jeden Fall starteten wir erst 1 Stunde später, was natürlich nicht gerade zu meiner Beruhigung beitrug. Aber irgendwann waren wir doch in der Luft, und so konnte ich mich dem Essen widmen. Das schmeckte besser als erwartet (gab Rindergulasch und lecker Kuchen). Um kurz nach 2 Uhr nachts (Ortszeit) landeten wir nach relativ unruhigem Flug in Larnaka. Markus stellte sich danach schwer genervt , da er das Essen verpennt und keiner getraut hatte ihn zu wecken, in die Riesenschlange vor den Mietwagenschaltern (er hatte bereits in Deutschland einen Mietwagen gebucht). Nach Ewigkeiten hatten wir schließlich unser Gefährt parat (Renault Clio- glaub ich zumindest, kenne mich nicht aus mit Autos!). Danach ging es – mit Stadtplan vom Infoschalter ausgestattet- erstmal zum dem Hotel, das meine Mitfahrer bewohnten. Sie hatte Glück und konnten schon einchecken, obwohl es eigentlich viel zu früh war (6 Uhr morgens). Danach wurde ich zu meinem Hotel gefahren (hatte ich ja eigenständig per Internet gebucht), welches aber dummerweise am anderen Ende der Stadt lag. Dort mußte ich noch 2 Stunden in der Empfangshalle verharren, da mein Zimmer noch geputzt werden mußte. Aber was wollte ich auch erwarten- eigentlich war um 13 Uhr Check-In und es war gerade mal 7 Uhr früh!
Als ich das Zimmer sah, war ich angenehm überrascht, hatte ich doch auf einer Hotelkritik-Seite gelesen, daß es angeblich übelste Abschiebung sei. Doch von wegen, Zimmer und Bad sehr sauber. Da hab ich mich doch echt gefragt, was die Leute für diesen Preis (ca 23€ pro Nacht + Frühstück- sehr billig für Zypern Verhältnisse) erwarten- 5 Sterne Hilton oder was..
Probleme gab es nur als ich duschen wollte. Denn der Knopf, den man ziehen muß, damit das Wasser aus dem Duschkopf rauskommt, fehlte leider. Doch nach Nachfrage an der Rezeption behob ein Techniker dieses Problem, so daß meiner Körperpflege nichts mehr im Wege stand.
Um die Mittagszeit holten mich meine Kollegen ab, um ins 65km entfernte Limassol zu fahren. Wir wollten nämlich versuchen, irgendwie doch noch an Karten für das angeblich ausverkaufte Topspiel Apollon – Omonia Nikosia zu gelangen. Der Ground war gut von der Autobahn sichtbar und deshalb gleich gefunden. Dort trafen wir auf einen Typen, der für die Rasenpflege zuständig war. Diesem erklärte Andreas, daß wir Journalisten aus Deutschland seien und Presseakkreditierungen für das morgige Match bräuchten. Daraufhin führte er etliche Gespräche per Handy, um uns weiterzuhelfen. Unglaublich, diese Gastfreundschaft!!
Zum Glück war der heutige Karfreitag in Zypern kein Feiertag, so daß er dann irgendwann doch jemand auf der Geschäftsstelle erreichte. Er malte uns noch die Wegbeschreibung auf, und wenig später standen wir schon davor. Da der Pressechef noch Mittagspause hatte, schlugen wir uns in einem Imbiss erstmal die Bäuche voll. Es gab lecker Fleischröllchen im Fladenbrot. Gesättigt konnten wir nun zum Pressechef vortreten. Der war ewig freundlich und meinte, daß es mit Akkreditierung kein Problem sei- nichtmal irgendwelche Presseausweise wollte er sehen. Cool , umsonst reinkommen rules!!
Zufrieden fuhren wir zurück nach Larnaka, wo noch die Grounds aller 3 Erstligisten eruiert wurden. Am besten war der von Anorthosis Famagusta. Markus fand ihn so geil, daß er sich schwor nochmal nach Zypern zurückzukehren, um ein Spiel darin zu sehen. Schließlich ließen mich meine Mitfahrer in der Stadt aussteigen. Der Weg zum Hotel zurück führte am Strand entlang- ein sehr schönes Ambiente. Dummerweise schaffte ich es dann, mich trotz Stadtplan zu verlaufen, was wohl auf den nicht vorhandenen Schlaf zurückzuführen war. Endlich angekommen, wollte ich nochmal ins Internet gucken, doch die horrenden Preise (1 Euro für 10 Minuten) hielten mich davon ab, dies länger als 10 Minuten zu tun. Das TV-Programm auf dem Zimmer lies zu wünschen übrig: Außer BBC News nur Müll. Aber egal, ich war eh nach kurzer Zeit im Reich der Träume.
Das Frühstückbüffet am nächsten Morgen war zwar nicht wahnsinnig umfangreich, aber immerhin schmeckte das Essen. Unnötig zu erwähnen, daß ich mir den Wanst bis zum Anschlag vollstopfte...
Gegen Mittag wurde ich abgeholt. Da das Spiel erst um 19 Uhr angesetzt war, blieb noch genug Zeit um die Touristenmetropole Paphos am anderen Ende der Insel zu erkunden. Doch es blieb bei einem Strandrundgang und einem Besuch in einem Restaurant, wo ich Hamburger und Pommes verspeiste. Auch das Stadion wurde kurz inspiziert, doch wurden wir hier nicht so freundlich empfangen und mußten gleich wieder abziehen. 2,5 Stunden vor Anpfiff trafen wir in Limassol ein. Hier merkten wir sofort, daß eine ziemliche Brisanz in diesem Duell steckte (angeblich war es beim Hinspiel zu schweren Ausschreitungen gekommen). Überall Polizei und auch die Fangruppen aus beiden Lagern strömten- trotz der frühen Zeit schon in Massen. Unseren Presseplätze lagen dummerweise im Stadioninneren hinter einer Glasscheiben, zudem störte ein Pfeiler die Sicht enorm. Der Ground war nix Besonderes- nervig die relativ große Laufbahn.
Beim Einlauf der Mannschaften dann ein Riesenspektakel: Massenhaft Wunderkerzen, Bengalos, Rauch, und auch ein par Sitzschalen vor allem aus der Heimkurve. Überhaupt war die Stimmung während der ganzen Partie hervorragend. Und es war tatsächlich ausverkauft- nur in der Gästekurve blieben wenige Sitze leer. Leider konnte das Spiel weniger begeistern. Anfangs machte Limassol mächtig Druck und kam auch zu Chancen. Doch dann verflachte das Spiel total- erst kurz vor Schluß wieder Action: Erst scheiterte ein Heimstürmer alleine vor dem Tor, dann trafen die Gäste die Latte. In der Nachspielzeit noch eine 1000% ige Kopfballchance für Apollon- vergeben.
Weil nach dem Spiel Verkehrschaos herrschte, begaben wir uns auf Eintrittskartensuche. Doch nirgendwo waren welche zu finden. Zuschauer meinten, daß sie diese abgeben mußten. Toll! Dann lief uns nochmal Pressechef George über den Weg, der hatte immerhin noch eine.Die raffte Andi an sich, versprach uns aber, Farbkopien zu schicken. Schließlich durften wir auch noch in das Gebäude, in dem die Pressekonferenz stattfand. Markus schaffte es sogar noch, ein paar Worte mit Apollons deutschen Trainer Bernd Stange zu wechseln, als dieser die Konferenz verließ. Danach gingen wir Kebab essen und saßen noch etwas draußen. Sehr zu meinem Unwillen, da ich mich bekleidungstechnisch voll verspekuliert hatte. Es war nämlich tagsüber sehr warm, weshalb ich mich für T-Shirt und kurze Hose entschieden hatte, doch leider war es inzwischen a....kalt geworden. Deshalb war ich auch froh, als ich um kurz nach Mitternacht wieder im Hotel war und mich in die Heia legen konnte.