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Andi  2004/11/14

Der große Unterschied – der Charakter

Gerne sieht sich Bayreuth ja als DIE Sportstadt Oberfrankens. Seit letztem Samstag kann man leider, wenn man über die SpVgg Bayreuth spricht, dies nicht mehr in sportlich respektvollem Ton machen. Dieser Verein hat sein wahres Gesicht gezeigt und kann nun als das schwarze Schaf unter den Bayreuther Sportvereinen bezeichnet werden. Was war passiert? Kurz zusammengefaßt hat dieser „Verein“ bei einem Spiel seiner 2.Mannschaft in Hof in einer aus sportlicher Sicht nicht zu rechtfertigenden Aktion seine komplette 1.Mannschaft auf den Platz geschickt und somit dazu beigetragen, dass der Ausgang der Landesligasaison 2004/2005 von Wettbewerbsverzerrung geprägt ist.

Zu den Fakten: schon am Freitag, dem 12.November hat die SpVgg Bayreuth ihr am Tag darauf anstehendes Bayernligaspiel gegen die SpVgg Weiden abgesagt. Wenn man die Wetterverhältnisse, die normalerweise in Hof in Bayreuth herrschen, kennt und vergleicht, scheint es unverständlich, dass zumindest in Hof gespielt werden konnte, in Bayreuth dies scheinbar nicht möglich war. Nun gut, in einem gewissen Rahmen kann ja immer der gastgebende Verein eine Spielabsage beeinflussen. In Hof andererseits wurde am Samstag gespielt, nicht zuletzt weil unser Trainer unbedingt noch vor der Winterpause das Spiel gegen Bayreuth 2 austragen wollte.Aus sportlicher Sicht wohl akzeptabel.

Erstaunlich dass in der Samstagsausgabe der Frankenpost nicht nur auf die Spielabsage von Bayreuth 1 hingewiesen wird, sondern auch mit der Überschrift „Was plant Lettieri“ unserem ach so tollen Ex-Trainer zugetraut wird, die zweite Garnitur mit einigen Spielern der 1.Mannschaft zu verstärken. Auch der explizite Hinweis in welchem Rahmen der DFB Einsätze von Spielern in der jeweiliegen 2.Mannschaft zuläßt, war dort zu lesen. Alle Spieler unter 24 dürfen bedingungslos eingesetzt werden, für alle anderen gilt, dass sie eine Woche nach einem Einsatz in der Ersten in der Zweiten spielberechtigt sind. Kurzum, es wurde indirekt in der Frankenpost darauf hingewiesen dass durchaus der theoretische Fall eintreten könne, dass die gesamten „hochbezahlten Stars“ ? ihren Weg in die Anfangsformation finden werden. Diese Gefahr hätte man wohl von Vereinsseite der Hofer Bayern auch erkennen können und ebenfalls das heutige Spiel absagen müssen, zumal der für alle sichtbare schlechte Zustand des Platzes dies gerechfertigt hätte.

Man darf unserer Vereinsspitze aber nur einen eingeschränkten Vorwurf machen, da man nicht unbedingt davon ausgehen konnte dass dieser Fall tatsächlich eintritt. Schon vor Spielbeginn heizte Stadionsprecher Schmitt die Stimmung an. Der Ärger war begründet. Keiner hätte sich beschwert wenn – wie sonst üblich – drei bis vier Spieler der ersten mitgespielt hätten, aber die gesamte erste Mannschaft? Wie verrückt muss man sein? Noch vor einiger Zeit war vom Bayreuther Präsidenten Wi.... zu hören, die Vereine Bayreuth und Hof müssen alte Feindschaften begraben und gemeinsam in die Zukunft blablabla... Von der Ernsthaftigkeit solcher Aussagen konnte man sich schon letzte Saison überzeugen: Beim Gastspiel in Hof wurde geäußert „Hoffentlich steigen die endlich ab“, es „werde Zeit“. Sogar in der Zeitung rief diese Aussage damals Unverständnis hervor und spricht wohl nicht gerade für einen fairen Sportsmann, zumal man ja als Präsident einen Verein offiziell vertreten sollte – positiv. Naja, Verrückte soll es schon immer gegeben haben, und da man in Hof nicht nachtragend sind, hat man sich sogar auf das Spiel gegen Bayreuth 2 gefreut, auch wenn es zugegenebener Maßen peinlich ist, gegen die Reserve unseres ewigen Kontrahenten zu spielen. Wie immer wurde im Vorfeld gestichelt, aber es gab einige Hofer Fans die sich im Forum sogar einen Spielausfall von Bayreuth 1 gewünscht haben, um mit ein paar Fans aus Bayreuth vielleicht ein bischen Derbystimmung zu erhalten.

Die Stimmung war dann auch da, allerdings keine gute. Jedem im Stadion war klar, dass man aufgrund oben genannter Aussagen unterstellen kann und muss, das Freitagsspiel wurde nur abgesagt um dem Erzfeind eines auszuwischen und hoffentlich damit unseren Wiederaufstieg zu verhindern. Deshalb: ein ganzes großes PFUI nach Bayreuth.Solche Leute kann man aus sportlicher Sicht wohl nicht mehr für voll nehmen. Es sollte doch einen gewissen Ehrenkodex geben und jeder A-Klassen-Verein hätte wohl mehr Anstand. Der Ruf der SpVgg wird nicht nur in Oberfranken Schaden genommen haben.

Dass sich diese Wut der Hofer Fans entlud, ist verständlich. Nicht nur während des Spieles sondern auch danach wurden gegnerische Spieler auf das übelste beschimpft und am Verlassen des Stadions gehindert. Auch wenn sich kein Spieler selbst aufstellt und diese Entscheidung getroffen hat, sie waren auf dem Platz und haben uns möglicherweise den Aufsteig versaut. Sicher muss man auch sagen, hätte man einfach die Antwort auf dem Platz geben können und 3 Punkte holen können, aber wenn man wochenlange gegen spielerisch „unterlegene“ Gegner spielt ist es durchaus schwer 2 Gänge hochzuschalten und gegen eine selbsternante Bayernligaspitzenmannschaft zu spielen.

Nach dem Spiel warteten rund 50 Fans (kleiner Hinweis an den Verein: Fans, nicht „Fans“...) bei den Umkleidekabinen und machten ihrem Ärger Luft. Mehr als eine dreiviertel Stunde wurde ausgeharrt und kein Bayreuther traute sich heraus. Sie wußten warum. Sowohl der 2.Vorsitzende Lippert („Wir wissen jetzt alle dass die Bayreuther keinen Charakter haben, aber laßt sie doch abziehen“) noch die Freunde in Grün konnten es schaffen, die Lage zu beruhigen. Man muss aber zugeben, dass die Polizei sich insgesamt vorbildlich verhalten hat und nicht noch zusätzlich die Stimmung angeheizt hat, wenn auch die Aktionen mit Hof/Saale-Markus und Otto wie purer Aktionismus gewirkt haben. Im Gegensatz dazu verhielt sich ein Teil des Security-Personals. Vom Verein angestellt, die bösen Buben unter den Fans ausfindig zu machen, konnten sie ihren Aufgaben nicht gerecht werden. Zugegeben ein schwerer Job dieses mal. Aber zu guter Arbeit gehört auch ruhig zu bleiben und nicht wie mehrfach geschehen noch zusätzlich die eigenen (!) Fans zu provozieren und verhöhnen. Besonderen dank an die Security-Herren in Blau! Auffällig tat sich da dieser George-Clooney Verschnitt hervor, der mit halbstarken Provokationen noch zusätzlich Öl ins Feuer goß. Auch der „Kleine“ war am Ende nur schwer zu beruhigen.

Um es noch mal extra zu betonen: kein Fan würde sich wegen einer Niederlage derart aufregen, aber nach solch unsportlichen Voraussetzungen konnte wohl mit keinem ruhigen Spiel gerechnet werden. Die Bayreuther „Macher“, Blablablub- Präsident W. und Trainer-Rumpelstilzchen L. dürften wohl endgültig nicht mehr mit einem freundlichen Empfang in Hof rechnen, sowohl von Fanseite als auch von offizieller.
Aber wir werden uns dennoch nicht entmutigen lassen. Ich glaube ganz sicher an den Aufstieg und dann gibt es eine sportliche Revanche. Zuvor steht allerdings noch das Rückspiel in Bayreuth an...
Zum Schluss nochmal ein ganz nettes PFUI an das schwarze Schaf unserer Nachbarstadt Bayreuth, die stolz auf ihr fußballerisches Aushängeschild sein kann, und Glückwunsch an alle Bayreuther Spieler, bei so einem Verein zu spielen...